Vor Troika-Besuch
Papademos warnt: Neue EU-Hilfsgelder oder Staatspleite
Papademos machte nach Angaben seines Büros vom Donnerstag keinen Hehl daraus, dass eine "unkontrollierbare Staatspleite" die Konsequenz wäre, wenn nicht sofort neue Sparmaßnahmen beschlossen werden. Griechenland müsse dringend wieder konkurrenzfähig werden.
"Wir müssen kurzfristig eine Minderung unseres Einkommens akzeptieren. Sie ist notwendig für unsere Wettbewerbsfähigkeit", sagte Papademos. Er stellte klar, dass die Warnungen begründet seien und kein politischer Trick, um die Arbeitnehmer zu Zugeständnissen für weitere harte Maßnahmen zu bewegen. Um ein "katastrophales Ende" abzuwenden, müssten die Griechen Opfer bringen. Es gebe "keine Zeit zu verhandeln", Athen müsse "jetzt handeln", sagte Papademos.
Ablehnung des Gewerkschaftsverbandes
Der Präsident des Gewerkschaftsverbandes des privaten Sektors, Giannis Panagopoulos, lehnt Lohnkürzungen aber weiter ab. Er sprach sich auch gegen die Abschaffung des Mindestlohnes und des Weihnachtsgeldes sowie der in Griechenland noch bestehenden 13. und 14. Monatsgehälter im privaten Sektor aus.
Papademos hatte angesichts einer neuen anstehenden Kontrolle durch die internationalen Geldgeber die Führungen der Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände zu sich gerufen. Die aus Vertretern der EU, des Internationalen Währungsfonds und der Europäischen Zentralbank bestehende Experten-Troika wird Mitte Jänner in Athen erwartet. Im Mittelpunkt der Gespräche steht die Auszahlung einer "Supertranche" der Finanzhilfe für Griechenland bis Mitte März in Höhe von 89 Milliarden Euro. Die Troika hat nach Informationen der griechischen Presse die Forderung gestellt, dass es Lohnkürzungen auch im privaten Sektor geben soll.
Papandreou will nicht mehr kandidieren
Der frühere griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou will indessen nicht wieder für das Amt des Regierungschefs kandidieren. Das teilte er im Vorfeld der vorgezogenen Parlamentswahlen am Mittwoch seiner Partei Pasok mit, wie griechische Medien berichteten. Auch sein Amt als Parteichef wolle er zurücklegen, sagte ein Parteifunktionär der Nachrichtenagentur Reuters. Eine offizielle Erklärung der Sozialistischen Partei lag nicht vor.
Der neue Spitzenkandidat der Sozialisten soll nach ersten Plänen von den Abgeordneten der Partei bestimmt werden. Wann die Wahl stattfinden wird, blieb zunächst unklar. Als möglichster Termin gilt der April dieses Jahres.







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