Fr, 17. August 2018

Der Duft entscheidet

29.12.2011 13:58

Manche Bakterien auf der Haut locken Malaria-Mücken an

Ein internationales Forscherteam hat jetzt eine mögliche Erklärung dafür gefunden, warum manche Menschen eher von Mücken gestochen werden als andere. Laut Angaben der Wissenschaftler ist es die Zusammensetzung der Bakterien, die die menschliche Haut besiedeln, die darüber entscheidet, wie stechfreudig die Insekten sind. Das haben sie bei Versuchen mit der afrikanischen Anopheles-Stechmücke, die die Tropenkrankheit Malaria überträgt, herausgefunden.

Die Forscher um Niels Verhulst von der Wageningen-Universität in den Niederlanden haben für ihre Studie untersucht, welche Geruchsfaktoren die lästigen Sauger, die u.a. die Malaria-Erreger übertragen, anlocken. Dafür untersuchten die Wissenschaftler die Bakterien-Mischung auf den Füßen von 48 männlichen Versuchspersonen. Der Hintergrund: Bakterien spielen bei der Geruchsentwicklung eine zentrale Rolle, denn Schweiß ist an sich geruchlos, erst wenn Bakterien ihn in seine Bestandteile zerlegen, entstehen jene Stoffe, die wir und auch die Anopheles-Mücken als Schweißgeruch wahrnehmen.

Die Untersuchung zeigte, dass die Insekten bevorzugt die Füße jener Probanden ansteuerten, die von einem hohen Anteil an sogenannten Staphylococcus-Arten besiedelt waren. Außerdem stellte sich heraus, dass Menschen mit einer weniger dichten, dafür aber vielfältigen Haut-Bakteriengesellschaft nicht so beliebt bei den Blutsaugern waren. Es gebe zudem Hinweise darauf, dass Pseudomonas-aeruginosa-Bakterien einen Duftstoff produzieren, der die Mücken vom Stechen abschrecke, schreiben die Forscher im Online-Journal "PLoS ONE".

Derzeit forschen die Wissenschaftler nach dem Hintergrund für die Fähigkeit der Bakterien, die Mücken abzuhalten, denn das könnte helfen, Repellents zu entwickeln, die die Plagegeister von ihren potentiellen Opfern fernhalten. Eine Strategie, die - so die Forscher - eine wichtige Rolle bei der Malaria-Prophylaxe spielen könnte.

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