In der Aufsichtsratssitzung der Kärntner Beteiligungsverwaltung am Mittwoch wurde der bisherige Geschäftsführer Martin Payer für fünf weitere Jahre bestellt. Die Entscheidung sorgt nicht nur bei den Freiheitlichen für Protest, auch aus den Reihen der ÖVP soll es zu einem stillen Protest gekommen sein.
Für weitere fünf Jahre wird Martin Payer die Geschicke der Kärntner Beteiligungsverwaltung (K-BV) lenken. Denn der Vertrag des bisherigen Geschäftsführers wurde am Mittwoch im Aufsichtsrat verlängert. Neun Aufsichtsräte stimmten für die Verlängerung von Payer, lediglich der Vertreter der FPÖ Wilfried Haselmayer stimmte gegen eine Vertragsverlängerung.
Freiheitliche forderten internationale Ausschreibung
Der FP-Aufsichtsrat stimmte gegen Payer, da laut den Freiheitlichen der Top-Job international ausgeschrieben werden hätte müssen. „Die FPÖ war als einzige Partei für eine transparente, internationale Ausschreibung des K-BV-Vorstandes, um die beste Person für diesen Top-Job zu finden. Aber offensichtlich zählt in der Koalition Parteibuch vor Kompetenz. Das SPÖ-ÖVP-Postenkarussell dreht sich immer schneller“, sagt Kärntens FPÖ-Chef Erwin Angerer.
Positive Stimmen aus ÖVP und TK, Landeshauptmann schweigt
„Diese Entscheidung des Aufsichtsrates bringt der K-BV die notwendige Kontinuität und Stabilität in einer sehr herausfordernden Phase. Martin Payer hat in den letzten Jahren seine Kompetenz und Leistung mehrfach und in schwierigen Situationen unter Beweis gestellt“, sagt Landeshauptmannstellvertreter Martin Gruber gegenüber der „Krone“.
Nach anfänglicher Skepsis gegenüber der Person Payer haben wir schnell einen positiven Eindruck seiner Arbeit gewinnen können. Er ist insbesondere in der Causa Flughafen immer standhaft geblieben und das trotz aller Widrig- und Schwierigkeiten.
Gerhard Köfer, Team Kärnten Chef
Kein Statement dazu gibt es hingegen aus dem Büro von Landeshauptmann Peter Kaiser. „Das ist eine Entscheidung des K-BV-Aufsichtsrates“, heißt es lediglich von Andreas Schäfermeier, Pressesprecher von Kaiser.
Vermeintlicher stiller Protest von Wirtschaftskammer-Chef
Einige Aufsichtsräte berichten, dass Kärntens Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Mandl bei der Abstimmung nicht anwesend war. „Ich hatte in der Zeit ein Telefonat“, bestätigt Mandl im Gespräch mit der „Krone“. Ob das Fernbleiben des Wirtschaftskammer-Chefs mit einer Fehde zwischen Kammer, die damals den Kärnten Werbung-Geschäftsführer Christian Kresse im Amt behalten wollte, und Payer zusammenhängt, ist nicht bestätigt.
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