Größte Anlage Kärntens

Acht Millionen kWh Sonnenpower für Treibacher AG

Kärnten
24.05.2023 14:57

Kärntens Unternehmen legen verstärkten Fokus auf nachhaltige Maßnahmen - besonders bei der Energieerzeugung. Die Treibacher Industrie AG baut jetzt die größte Photovoltaikanlage Kärntens, die jährlich 8 Millionen Kilowattstunden produzieren soll.

Die Treibacher Industrie AG hat sich ehrgeizige Ziele gesetzt. Bis 2028 sollen CO₂-Emissionen um 30 Prozent verringert werden, 50 Prozent aller neuen Produkte werden in das Segment „better life“ fallen (Medizin, Umweltschutz) und auch das eigene Recycling soll um 50 Prozent gesteigert werden - eine neue Recyclinganlage wird gerade gebaut. „Unsere neue Photovoltaikanlage, die die größte in Kärnten sein wird, ist ein wichtiger Bestandteil unserer Strategie“, bestätigt Vorstand Rene Haberl im Rahmen des Spatenstichs für das 8-Millionen-Euro-Projekt. „Auf vier eigenen Industrieflächen werden 13.230 Module installiert, die eine Spitzenleistung von 7286 Kilowatt bringen werden.“

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Wir haben für dieses Projekt keinerlei Förderungen in Anspruch genommen und nutzen dafür eigene Industriegründe.

Rene Haberl, Vorstand Treibacher Industrie AG

Für die neue Photovoltaikanlage war kein Netzausbau nötig, da der gesamte Strom selbst verwendet wird. „Wir werden hier jährlich acht Millionen Kilowattstunden Strom produzieren - das entspricht rund neun Prozent unseres Gesamtverbrauchs. Damit könnten wir 2400 Haushalte versorgen“, erklärt Haberl. „Der Bau soll bis zum Herbst abgeschlossen sein und mit Beginn des vierten Quartals wird der erste Sonnenstrom fließen. Aber wir planen schon weitere Projekte, für die gerade die Umwidmungen laufen.“ Für ihn bräuchte es deutlich bessere Rahmenbedingungen, um verstärkt in die Energiewende investieren zu können.

Mit dem grünen Strom, den die Anlage produzieren wird, können jährlich 5760 Tonnen CO₂ eingespart werden - über eine Lebensdauer von 25 Jahren kommen so 144.000 Tonnen zusammen. Aber auch auf der Verbrauchsseite setzt die Treibacher Industrie AG Maßnahmen. „Gerade im Bereich der Druckluft sind bei uns noch große Einsparungen möglich“, bestätigt Haberl. „Unser eigenes Wasserstoffprojekt haben wir allerdings vorerst zurückgestellt, da hier noch weitere Planungen nötig sind.“

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Bei der Dauer von Bewilligungen für solche Projekte muss sich dringend etwas ändern, damit die Energiewende klappen kann.

Rainer Schmidtmayer, Vorstand Treibacher Industrie AG

Appelle an Politik und Stolz über Projekt
Vorstand Schmidtbauer appelliert an die Politik, bessere Voraussetzungen für die Energiewende zu schaffen: „Es gibt zwar hehre Ziele, die sich die Regierung gesetzt hat, aber die Unternehmen brauchen mehr Unterstützung und weniger Hürden.“ Landtagsabgeordneter Günter Leikam nimm die Kritik gerne an und bestätigt, dass das Zusammenspiel besser werden muss. „Ich bin aber guter Hoffnung, was die Zukunft angeht, da sich im Regierungsprogramm ganz klar nachhaltige Ziele finden. Und gerade bei den Freiflächen soll es für Solar- und Windprojekte besser werden.“

Der Bürgermeister von Treibach-Althofen, Walter Zemrosser, freut vor allem sich über das neue Projekt. „Es erfüllt mich schon mit leisem Stolz, was hier auf die Beine gestellt wird. Jetzt haben wir die größte Freiflächen-PV-Anlage neben der größten Dachflächen-PV-Anlage in Kärnten bei uns.“ Besonders lobt er die gute Zusammenarbeit mit der Nachbargemeinde Mölbling, in deren Gemeindegebiet die PV-Anlage errichtet wird. „Dieses Projekt ist ein großer Fortschritt in die richtige Richtung.“

Planung durch Kärntner Solar-Profi
Geplant wurde die PV-Anlage von dem Kärntner Unternehmen KPV Solar. „Es ist eigentlich sehr schnell gegangen - mit der Planung haben wir Anfang dieses Jahres begonnen“, erklärt Raphael Kapeller, der das Projekt für die KPV leitet. „Die Module werden alle Richtung Süden ausgerichtet sein und haben eine Neigung von 20 Grad. Damit sind auch schwerere Schneefälle im Winter kein Problem, weil der Schnee leicht abrutschen kann.“ Die Maximalbelastung für die Module beträgt 5400 Pascal (das entspricht 540 Kilogramm pro Quadratmeter - ein Meter hoher feuchter Altschnee wiegt 500 Kilogramm).

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