Schon seit eineinhalb Jahren ist das Familiengrab am Zentralfriedhof von Familie K. so gestaltet. Nun ist es für die Stadt umweltschädlich und muss weg.
Friedhöfe gelten ja eigentlich als Orte der Ruhe und Besinnung. Doch als „Krone“-Leser Augustin K. ein grünes Pickerl auf dem Grab seiner Familie entdeckt, war es schnell vorbei mit der ewigen Ruhe.
„Die Ausgestaltung des Grabes entspricht nicht der Bestattungsanlagenordnung!“ heißt es da. Kurze Zeit später flatterte dem Pensionisten auch ein offizielles Schreiben ins Haus. Die Grabstelle auf dem Zentralfriedhof sei widerrechtlich ausgestaltet, wird darin behauptet.
Der Stein des Anstoßes? Der Kunstrasen, der jedoch von einem Naturrasen kaum zu unterscheiden ist. Herr K. ist schwer verärgert: „Der Rasen ist jetzt seit eineinhalb Jahren auf unserem Grab. Wen stört das?“ Er vermutet dahinter eine Abzocke, weil die städtischen Friedhofsgärtner dadurch weniger Aufträge bekommen würden.
Kunstrasen ist auf Gräbern seit vielen Jahren nicht gestattet. Es handelt sich um Kunststoff, der Auswirkungen auf den Boden hat und nicht abbaubar ist.
Friedhöfe Wien GmbH
Seitens der Friedhöfe Wien heißt es dazu auf „Krone“-Anfrage, dass der Kunstrasen den umfassenden Bemühungen der Friedhöfe Wien widerspricht, die enormen Flächen so grün wie möglich zu halten und damit einen Beitrag zum Klima auf und um den Friedhof zu leisten. Die 46 Friedhöfe der Friedhöfe Wien würden zusammengenommen rund 1,2 Prozent der Stadtfläche ausmachen.
Bis zum 23. Juni hat Herr K. jetzt noch Zeit den verbotenen Kunstrasen zu entfernen. Sonst wird es teuer für ihn.
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