Jagd auf Kurden
Türkei bombardiert Ziele im Irak nach PKK-Angriff
Angehörige der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK griffen die Armeeunterkunft mit automatischen Waffen an, als die meisten Soldaten noch schliefen. Wachleute erwiderten das Feuer und es kam zu einem halbstündigen Gefecht. Neben den 26 Toten gab es auch 18 zum Teil schwer verletzte Soldaten.
Zur gleichen Zeit griffen PKK-Kämpfer sieben andere Ziele in der Grenzprovinz Hakkari an. Die Armeeunterkunft liegt nahe der irakischen Grenze, es wird daher vermutet, dass die Kämpfer aus dem Nordirak kamen. Die PKK unterhält dort mehrere Militärlager.
Ziele im Nordirak bombardiert
Wenige Stunden später marschierten türkische Truppen auf der Jagd nach den Rebellen in den Nordirak ein. Wie die kurdische Nachrichtenagentur Firatnews meldete, überschritten mehrere Kommandoeinheiten von der Größe eines Bataillons die Grenze. Laut der irakischen Agentur AK News haben türkische Kampfflugzeuge eine Ortschaft in der nordirakischen Provinz Erbil angegriffen.
2008 zuletzt einmarschiert
Bei dem Angriff auf das Lager in Cukurca dürfte es sich um die schwersten Verluste der türkischen Armee handeln, seitdem die PKK 1984 den bewaffneten Kampf gegen den türkischen Staat aufnahm. In dem Konflikt starben bisher rund 45.000 Menschen. Die türkische Regierung hat zuletzt wiederholt mit einem Einmarsch der Armee in den Nordirak gedroht, um dort gegen kurdische Rebellen vorzugehen. Zuletzt war die türkische Armee im Februar 2008 mit Tausenden Soldaten im Nordirak einmarschiert.
Ankara schätzt die Zahl der Rebellen, die sich im Nordirak verschanzt haben, auf 2.000. PKK-Chef Abdullah Öcalan, der seit 1999 in Haft ist, war vom türkischen Geheimdienst aus Kenia entführt und von einem Staatssicherheitsgericht zum Tod verurteilt worden. Sein Todesurteil wurde nach Abschaffung der Todesstrafe in lebenslange Haft umgewandelt.
PKK als Terrororganisation eingestuft
Die PKK wird von der Türkei, der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft. Sie kämpft seit Anfang der 80er-Jahre für Unabhängigkeit oder größere Autonomie der Kurdengebiete in der Türkei. Kurdische Organisationen beklagen eine systematische Diskriminierung ihrer Volksgruppe durch den türkischen Staat.
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