Gezielter Angriff?
Demomeute in Frankreich: Polizist in Flammen
Seit Wochen demonstrieren Tausende Franzosen gegen die umstrittene Pensionsreform von Präsident Emmanuel Macron. Rund um den 1. Mai arteten diese aber in regelrechte Straßenschlachten aus. Dabei sollen sogar die Einsatzkräfte gezielt angegriffen worden sein.
Bei den Ausschreitungen während diverser Kundgebungen am 1. Mai sind landesweit 540 Menschen festgenommen worden. 305 der Festnahmen erfolgten in Paris, sagte Innenminister Gérald Darmanin am Dienstag dem Sender BFMTV.
406 Polizeibeamte wurden bei den Einsätzen verletzt, 259 davon in Paris - ein Polizist erlitt nach dem Wurf eines Molotowcocktails schwere Verbrennungen.
Autos in Brand, Scheiben eingeschlagen
Die Polizei setzte Tränengas ein, um die Lage wieder unter Kontrolle zu bekommen. Demonstranten setzten zuvor Autos und Mülltonnen in Brand und warfen Scheiben von Banken und Geschäften ein. Videoaufnahmen aus verschiedenen Städten zeigten massive Sachbeschädigungen. In der Hauptstadt und weiteren Großstädten setzte die Polizei erstmals Drohnen zur Überwachung der Lage ein.
Mit der Auswertung von Kamerabildern werde man versuchen, die Verantwortlichen zu ermitteln, die einen Molotowcocktail auf einen Beamten warfen, der dadurch schwere Verbrennungen erlitt. Auch seien 61 Demonstrantinnen und Demonstranten bei den Auseinandersetzungen verletzt worden, 31 davon in Paris.
Massenproteste gegen späteren Pensionsantritt
Die Kundgebungen zum 1. Mai hatten die Gewerkschaften in Frankreich zu erneuten Massenprotesten gegen die weiter umstrittene Pensionsreform von Emmanuel Macron genutzt. Der Präsident hatte vor rund zwei Wochen die Anhebung des Pensionsantrittsalters von 62 auf 64 Jahre offiziell in Kraft gesetzt.
Die Behörden sprachen von landesweit 782.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern bei rund 300 Kundgebungen. Nach Gewerkschaftsangaben waren es 2,3 Millionen Menschen. Zu Ausschreitungen kam es unter anderem in Paris, Lyon und Nantes.
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