Der Vater dreier Kinder hatte kurzen Prozess mit einem Arbeitskollegen gemacht. Im Garten seines Hauses in seinem Heimatort bei St. Veit an der Glan wurde in sein Auto eingebrochen. Daraufhin verdächtigte er seinen 26-jährigen Kollegen (links im Bild) der Tat und griff laut Staatsanwalt Thomas Liensberger zur Selbstjustiz.
Mit Schlägen versuchte er den jungen Mann zu einem Geständnis zu bewegen, was das Opfer schlussendlich einen Zahn kostete. Als dies nicht fruchtete, fesselte er sein Opfer kurzerhand mit Kunststoffstricken, sperrte ihn in den Kofferraum seines Wagens und lieferte ihn direkt zur Polizeistation St. Veit.
"Überzeugt, das Richtige getan zu haben"
Dort angekommen, sagte der Angeklagte der Polizei: "Ich habe den Autoeinbrecher", erklärte ein Polizist im Zeugenstand. "Der Mann war vollkommen überzeugt, das Richtige getan zu haben", sagte der Beamte. Diese "Überzeugung" griff Verteidigerin Nicole Uitz auf: "Im Kosovo hat der Mann Leid und Kriminalität erlebt und ist daher geflüchtet. Dass im sicheren Österreich in seinem Garten in sein Auto eingebrochen wurde, hat ihn zur inakzeptablen Kurzschlusshandlung, die in seiner Heimat allerdings nicht unüblich ist, bewegt."
Der Asylwerber nahm das Urteil an, der Staatsanwalt gab keine Erklärung ab. Weitere Schmerzensgeldforderungen des "Entführten" werden auf zivilgerichtlichem Wege behandelt.
Wer tatsächlich ins Auto des 39-Jährigen eingebrochen hatte, ist übrigens immer noch unklar.
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