GUTEN MORGEN

Kaputte Koalition | Lügen wie gedruckt

Ja, die gespaltene Gesellschaft… Auch die Politikbeobachter sind derzeit in zwei Gruppen gespalten: Die einen meinen, dass die türkis-grüne Regierung bis zum Ende ihrer Ablaufzeit im Herbst 2024 halten werde. Weil ja sowohl ÖVP wie Grüne derzeit nichts zu gewinnen hätten und sich die äußeren Umstände nur verbessern könnten. Abgesehen davon, dass dem auch nur das Prinzip Hoffnung zugrunde liegt: Jene, die mit einem Termin schon im Frühjahr 2024 oder gar mit einem Vorziehen auf den kommenden Herbst spekulieren, haben auch gute Argumente. Etwa, dass die ÖVP den verheerenden Zustand der SPÖ ausnützen könnte. Und vor allem: Dass die Koalition mit den Grünen längst am Ende ist. Das will ja bisher keiner laut bestätigen - gestern aber sagte es der grüne Gesundheits- und Sozialminister im Parlament in noch ungekannter Deutlichkeit: Da wurde Rauch kritisiert, weil die Regierung sich nur darauf festlegte, die höchst umstrittene Pensions-Aliquotierung lediglich für zwei Jahre auszusetzen. Von der SPÖ kam die Frage, was nach diesen zwei Jahren dann mit dieser Regelung passiere. Rauch darauf: Dann sei längst im Bund gewählt und er gehe davon aus, dass es eine Regierung gebe mit der SPÖ, „im besten Fall gemeinsam mit Neos und Grünen“. Na, da schau her! Klarer grüner Ausblick auf eine neue, ganz andere Koalition. Denn die alte, die ist kaputt. Und so eine kaputte Koalition soll noch eineinhalb Jahre halten?

Lügen wie gedruckt. Mit normaler Intelligenz kann man gar nicht erfassen, wie die Künstliche Intelligenz gerade über uns drüber schwappt - ja, es ist nicht unintelligent, was da ein recht kluger Zeitgenosse gerade meinte. Wir sind konfrontiert mit KI-Programmen, die Texte schreiben, die auf den ersten Blick Hand und Fuß zu haben scheinen. Mit Fotos, die täuschend echt wirken und doch nur Fake sind, wie der vermeintlich verhaftete Donald Trump oder jetzt der Papst im weißen Ballon-Mantel. In den Medien, in den Schulen - überall die großen Diskussionen, wie man mit Chat GPT und Co umgeht - vor allem, wie man durch KI erstellte Texte und Fotos identifiziert. Darüber schreibt heute auch „Krone“-Kolumnistin Franziska Trost: „Der Hype um künstliche Intelligenz stellt Schulen und Universitäten vor völlig neue Probleme.“ Zwei Drittel der Österreicher sind laut einer Studie daher auch gegen die Nutzung von ChatGPT in Bildungseinrichtungen. Was könne man schon bei Hausaufgaben, Diplomarbeiten usw. lernen, die ein elektronisches Gehirn in Windeseile ausspuckt? Immer öfter stelle sich auch heraus, dass ChatGPT lügt wie gedruckt. Trost meint freilich auch, dass ein Verbot nichts bringen werde. Schon jetzt sei klar, dass KI eine digitale Revolution einläute. Trosts Schlussfolgerung: „Umso wichtiger ist, jungen Menschen den bedachten Umgang damit beizubringen, die Fähigkeit des Hinterfragens und der Quellenüberprüfung. Denn nur ein fitter, kritischer Geist ist gewappnet für die Herausforderungen dieser neuen Zeit, die gerade anbricht.“ Ja, da bricht etwas mit Urgewalt über uns herein.

Kommen Sie gut durch den Donnerstag!

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