Uraufführung von Thomas Eggerts Mythos-Operette „Die letzte Verschwörung“, eines Auftragswerks der Volksoper, in Lotte de Beers Inszenierung unter Steven Sloane. Fazit: Brav, witz- und charmelos!
Er will uns über die Zukunft unserer Welt im Würgegriff rasant fortschreitender Digitalisierung aufklären: Der deutsche Komponist Moritz Eggert zeigt in seinem Auftragswerk der Volksoper, der Mythos-Operette „Die letzte Verschwörung“, die ahnungslose Kreatur Mensch, die in Demonstrationen von mächtigen Korruptionistenclans über Verschwörungstheorien gesteuert und von verlogenen Politikern mit Versprechungen geködert wird.
„Welttheater“? Vielleicht hätte Karl Kraus den Stoff in den Griff bekommen? Eggerts Libretto kommt mit Alltagsschmähs und billigen Moviegags aus. In der flauen Geschichte über den Wahrheitssucher Quant, einen Talkshowmoderator, fehlen weder #MeToo-Scherzchen noch die Ibiza-Affäre. Nur dass hier die falsche Oligarchin und ein Kanzler perverse Sexspiele treiben, dabei erschossen werden und sich in Reptilien verwandeln. Geschmacklos finde ich eine Küchenszene, in der geschlachtete Kinder zu Pasteten verarbeitet werden, die die Society entzücken.
Immerhin hat die Aufführung in Lotte de Beers Regie, der bunten Ausstattung Christof Hetzers & Jorine van Beecks und des Videodesigners Roman Hansi Tempo und ein paar originelle Showmomente. Wenig beeindruckend sind die endlosen Codes und Symbole, die den Bühnenvorhang in einen Screen verwandeln.
Steven Sloane und das Volksopernorchester realisieren die tonal-griffige, handwerklich solide Musik engagiert. Die Besetzung: brav. Allen voran der Tenor Timothy Fallon als Wahrheitssucher Friedrich Quant. Solide Wallis Giunta, Rebecca Nelsen, Orban Yikliz, Jakob Semotan, Daniel Schmutzhard u. a.
Zuletzt erweist sich Quants Geschichte als halb Theaterprobe und halb Geträumtes. „Ist alles Chimäre“, sagt Nestroy, „aber mich unterhalt’s.“ Daran hielt sich das Premierenpublikum.
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