Geschäft ruht derzeit

Swarovski: Kompletter Rückzug aus Russland

Politik
09.03.2023 16:04
Porträt von krone.at
Von krone.at

Seit Kriegsbeginn in der Ukraine sind zwölf Shops und das Online-Geschäft des Kristallkonzerns Swarovski geschlossen. Nun wollen sich die Tiroler aber vollständig aus Russland zurückziehen.

„Wir sind zum Schluss gekommen, dass wir auch unsere ruhenden Aktivitäten nicht aufrecht erhalten können“, sagte Geschäftsführer Alexis Nasard in einem Interview mit dem Wirtschaftsmagazin „Trend". Einen Zeitraum für den Rückzug nannte Nasard keinen. Nur so viel: Man werde ihn „orchestriert und im Einklang mit allen anwendbaren Gesetzen durchführen, Wirtschaftssanktionen und andere Handelsrestriktionen inklusive“. Auch bisher habe man darauf geachtet, dass die Sanktionen befolgt werden, versicherte der seit dem vorigen Sommer als CEO agierende Libanese.

Nasard: „Fokus nicht mehr auf Reduktion“
Das weltweite Vertriebsnetz soll indes nicht so stark ausgedünnt werden wie ursprünglich geplant. Ursprünglich sollten laut dem Bericht von 3000 Monobrand-Shops nur 2250 übrig bleiben, derzeit sind es 2400. „Bei rund 2400 wird es in den nächsten Jahren bleiben. Unser Fokus wird nicht mehr auf Reduktion, sondern auf Erneuerung der Stores liegen. Dass wir nicht weiter reduzieren, hat auch damit zu tun, dass spontane Einkäufe im Shop bei Swarovski-Kunden eine große Rolle spielen“, erklärte Nasard.

Daten und Fakten

  • Das 1895 von Daniel Swarovski gegründete Unternehmen beschäftigt 18.000 Mitarbeiter.
  • Weltweit gibt es 2400 Swarovski-Geschäfte und 4400 Verkaufsstellen in mehr als 150 Ländern.
  • Im Vorjahr stieg der Umsatz erstmals wieder (um 10%) auf 1,83 Milliarden Euro.
  • Zusammen mit den Schwesterunternehmen Swarovski Optik (optische Geräte) und Tyrolit (Schleifmittel) bildet Swarovski Crystal Business die Swarovski-Gruppe.

Der Kristallkonzern hatte in den vergangenen Jahren mit starken Turbulenzen zu kämpfen gehabt. Dies betraf einerseits die Konzernführung, andererseits auch die wirtschaftliche Situation, nicht zuletzt aufgrund der Corona-Krise. Vor wenigen Tagen präsentierte Swarovski allerdings wieder ein Umsatzplus. Vor diesem Hintergrund versprach Nasard im Gespräch mit der „Krone“, dass Wattens mit einem Mitarbeiterstand von 3000 Angestellten das „Herz von Swarovski“ ist und auch bleiben werde. In den kommenden zwei Jahren sollen dort mehr als 50 Millionen Euro investiert werden. Stellenabbau werde es keinen geben.

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