Nachdem sich die Wiener Sigmund Freud Privatuniversität dagegen entschieden hat, in Wörgl einen Standort für ein Medizin-Studium zu eröffnen, hat die „Krone“ bei Gesundheits-LR Cornelia Hagele nachgefragt. Sie war in der Begründung für die Entscheidung namentlich genannt worden.
Nachdem die private Sigmund Freud Uni (SFU) mit ihren Plänen, einen Standort in Wörgl zu eröffnen, gescheitert ist, nimmt nun erstmals Gesundheits-LR Cornelia Hagele (ÖVP) auf „Krone“-Nachfrage dazu Stellung – ihr wurde ja nachgesagt, das Vorhaben nicht zu unterstützen. „Zunächst möchte ich schon festhalten, dass die Entscheidung, den Standort Tirol nicht weiterzuverfolgen, von der SFU selbst getroffen wurde. Diese Entscheidung lag weder im Einflussbereich noch in der Zuständigkeit der Tiroler Landesregierung.“
Für sie war aber stets klar: Neue Ausbildungsangebote sind grundsätzlich zu begrüßen. Gleichzeitig steht für sie außer Zweifel, dass Tiroler Studierende an den öffentlichen Universitäten weiterhin ausreichend Ausbildungsplätze in unseren Krankenhäusern vorfinden müssen. An der Medizinischen Universität Innsbruck sind derzeit jedes Jahr rund 400 Plätze für Humanmedizin-Studienanfänger vorgesehen.
Das primäre Ziel der Quotenregelung ist die Sicherstellung der künftigen medizinischen Versorgung der österreichischen Bevölkerung.
Cornelia Hagele
Quotenregelung wäre gefährdet!
Zudem besteht in Österreich im Medizinstudium eine Quotenregelung. „75 Prozent der Studienplätze in der Humanmedizin sind für österreichische Studierende reserviert. Das primäre Ziel der Quotenregelung im österreichischen Medizinstudium ist die Sicherstellung der künftigen medizinischen Versorgung der österreichischen Bevölkerung. Diese Struktur wird durch so ein zusätzliches Angebot gefährdet. Das kann nicht Ziel einer verantwortungsvollen Gesundheitspolitik sein und würde langfristig vielmehr zu einem weiteren Ärztemangel beitragen“, glaubt LR Hagele.
Die SFU habe ihre Standortentscheidung maßgeblich von Gesprächen mit Krankenanstalten in Tirol, Salzburg und insbesondere Bayern abhängig gemacht: „Offenbar konnten diese Gespräche nicht in der erforderlichen Form positiv abgeschlossen werden. Diese Entscheidung ist zur Kenntnis zu nehmen. In diese Abstimmungen war die Tiroler Landesregierung jedoch nicht eingebunden, da hierfür keine Zuständigkeit besteht.“
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