Neue Welle ab Herbst?

Corona-Influenza: Erster Kombitest in den USA

Ausland
06.03.2023 07:47
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Influenza spielt in Europa derzeit kaum noch eine Rolle, was Grippe bzw. grippeähnliche Infektionen angeht. Doch die nächste saisonale Influenza-Welle kommt ab Ende des Jahres bestimmt, Covid-19 wird wohl nicht verschwinden. In den USA wird es dann jedenfalls eine Art PCR-Test auf beide Virusarten geben. 

Spätestens im nächsten Herbst dürfte eine Kombination von Corona- und Influenza-Infektionen vor der Tür stehen. Für beide Infektionen - mit ähnlichen Symptomen - gibt es medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten, die nur in einem Zeitfenster von wenigen Tagen ab der Infektion bzw. Symptomen wirken. Deshalb wären eine schnelle Diagnose und gleichzeitig das Unterscheiden von Fällen der beiden Krankheiten wichtig.

Molekulares Testverfahren
Das US-Diagnostikunternehmen Lucira Health dürfte hier einen Erfolg geliefert haben: Am 24. Februar wurde seinem ersten Kombi-Heimtest von der US-Arzneimittelbehörde FDA eine Notfallzulassung erteilt. Es handelt sich nicht um einen Antigen-, sondern um einen molekularen Test, der Erbsubstanz von Influenza A-, Influenza B- sowie von Covid-19-Erregern inklusive der Omikron-Varianten feststellen kann.

Hohe Genauigkeit
Schlägt der Test nicht an, liegt laut FDA-Angaben zu 99,3 Prozent keine Influenza A und zu 99,9 Prozent keine Influenza B vor. Eine Covid-19-Erkrankung ist bei einem negativen Ergebnis zu hundert Prozent ausgeschlossen. Umgekehrt entdeckt das Verfahren 90 Prozent vorhandener Influenza A-Infektionen (positives Anschlagen) und 88,3 Prozent vorliegender SARS-CoV-2-Infektionen (positives Ergebnis).

Das Untersuchungsverfahren als ohne Rezept in Apotheken erhältliches Test-Kit soll einerseits rechtzeitige Quarantänemaßnahmen ermöglichen, andererseits den frühen Einsatz von antiviralen Medikamenten wie zum Beispiel Oseltamivir (Tamiflu/Influenza) oder von Paxlovid (SARS-CoV-2) gezielt ermöglichen. Die Symptome einer Influenza bzw. von Covid-19 sind ja oft einander ähnlich und wirken nur in der anfänglichen Phase der Erkrankung.

Endgültige Zulassung von Molnupiravir verweigert
Eines der bisher zugelassenen Covid-Medikamente, Molnupiravir, wird wohl in Zukunft eine deutlich geringere Rolle spielen. „Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA; Anm.) hat für Lagevrio (Markenname für Wirkstoff Molnupiravir; Anm.) die Ablehnung der Zulassung als Medikament zur Behandlung von Covid-19 empfohlen“, so die EMA. Der US-Pharmakonzern Merck, Sharp & Dohme (MSD) könne aber eine neuerliche Begutachtung einfordern.

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