Italiens Notenbankchef Ignazio Visco hat sich gegen die Sichtweise gestellt, derzeit die Zinsen im Euroraum lieber zu stark als zu schwach anzuheben. Bei beiden Vorgehensweisen seien die Risiken gleich groß, sagte das Ratsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB) am Montag in einer Rede auf einer Veranstaltung in Rom.
„Ich bin nicht davon überzeugt, dass es heute besser ist, eine zu starke Straffung zu riskieren als zu wenig zu tun“, sagte der Gouverneur der Banca d‘Italia. Ähnliche Töne hört man aus Griechenland: Die EZB sollte aus Sicht des dortigen Notenbankchef Yannis Stournaras aufgrund der sich abflauenden Konjunktur die Zinsen nicht mehr so stark erhöhen.
„Meiner Meinung nach sollte die Anpassung der Zinssätze gradueller sein angesichts der Verlangsamung des Wirtschaftswachstums im Euroraum“, sagte das Ratsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB) in einem Montag veröffentlichten Interview der griechischen Zeitung „Kathimerini“.
Weitere Erhöhungen in Aussicht
Die EZB hat im Kampf gegen die Inflation die Schlüsselsätze schon vier Mal in rascher Folge angehoben. Im Dezember hatte sie den Fuß etwas vom Gas genommen und die Zinsen nur noch um 0,50 Prozentpunkte erhöht nach zwei Mammut-Zinsschritten um jeweils 0,75 Prozentpunkte im September und Oktober.
EZB-Präsidentin Christine Lagarde hatte zudem im Dezember mehrere weitere Zinsschritte nach oben um jeweils einen halben Prozentpunkt in Aussicht gestellt. Der Einlagensatz, der an den Finanzmärkten als der maßgebliche Satz gilt und den Banken für das Parken überschüssiger Gelder von der Notenbank bekommen, liegt aktuell bei 2,0 Prozent.
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