Zwei Tage lang widmete sich die Tiroler Landesregierung im Pitztaler Steinbockzentrum der Energiewende. Fünf Millionen Quadratmeter an Fotovoltaik-Fläche sollen dazukommen. Die Opposition lässt kein gutes Haar an den Ergebnissen.
In den abgeschiedenen Gemäuern des Pitztaler Steinbockzentrums nahm die Landesregierung zwei Tage lang das Thema Energie auf die Hörner. „Wir müssen technologieoffen und kompromissbereit den Ausbau von erneuerbaren Energieträgern vorantreiben. Gerade im Bereich der Fotovoltaik muss und wird Tirol aufholen“, ließ LH Anton Mattle (ÖVP) keinen Zweifel am künftigen Weg.
Millionenförderung vom Land
Bis zum Ende der Legislaturperiode sollen zusätzlich 5 Millionen Quadratmeter an Flächen für Sonnenenergie entstehen. Ein besonderer Fokus werde auf versiegelte Flächen wie etwa Großparkplätze gelegt. Hierfür werde ein neuer „Fördercall“ aufgelegt. In diesem Topf liegen für dieses Jahr acht Millionen Euro für die Förderung der Unterkonstruktion von Großanlagen mit einer Mindestleistung von 100 Kilowattpeak bereit.
Auch LHStv. Georg Dornauer (SPÖ) sieht das Thema Energie als zentrales Handlungsfeld der Zukunft: „Wir bereiten die Errichtung von PV-Anlagen auf Landesliegenschaften mit einer Gesamtleistung von 801 Kilowatt-Peak und einen Umsetzungsplan zur Nachrüstung vor.“
Das Investitionsvolumen der Tiwag bis 2027 beläuft sich auf rund 2,1 Milliarden Euro.
LH Anton Mattle
2,1 Milliarden Euro für den Bau von Kraftwerken
Grundpfeiler der Erzeugung des „sauberen“ Stroms bleibe natürlich die Wasserkraft. „Das Investitionsvolumen der Tiwag bis 2027 beläuft sich auf rund 2,1 Milliarden Euro“, sagt Mattle. 702 Millionen fließen alleine in den Ausbau der Kraftwerksgruppe Sellrain-Silz, weitere rund 394 Millionen Euro werden in das Ausleitungskraftwerk Innstufe Imst-Haiming investiert.
Um die Energieversorgungssicherheit auch in Hinblick auf das Leitungsnetz zu gewährleisten, werden 383 Millionen Euro in den Ausbau der Stromnetze fließen. In diesem Zusammenhang ist Mattle und Dornauer die Beschleunigung der Verfahren wichtig: „Als Tiroler Landesregierung wollen wir diese große Hemmschwelle bei der Energiewende beseitigen!“
Viel schwarz-rote Inszenierung für wenig konkrete Beschlüsse.
Markus Sint, Liste Fritz
Opposition spricht von „Betriebsausflug“
„Die schwarz-rote Landesregierung hat lediglich einen Betriebsausflug ins Steinbock-Zentrum im Pitztal absolviert. Fürs Arbeiten können sie nämlich nicht dort gewesen sein. Es ist ein dürftiges und mageres Ergebnis, wenn nach eineinhalb Tagen Klausur der einzige konkrete Beschluss, ein paar Millionen Euro Steuergeld für den Fotovoltaik-Ausbau, ist. Viel schwarz-rote Inszenierung für wenig konkrete Beschlüsse“, ätzte Markus Sint, Klubobmann der Liste Fritz. Sein Fazit: Mehr als Überschriften hätten Mattle und Dornauer bis dato nicht zu bieten.
Ähnlich fiel auch die Beurteilung der Tiroler FPÖ aus. „Ein Neustart für Tirol schaut anders aus. Null Perspektiven, null Hoffnung und null Besserung - das ist das bittere Ergebnis der ÖVP-SPÖ Klausur“, ließ Obmann Markus Abwerzger der Regierung ausrichten. Mattle und Dornauer würden den Teuerungs-Tsunami ignorieren: „Sie müssen gegen Mietenwahnsinn und Niedriglöhne konkrete Maßnahmen setzen!“
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