Guten Morgen

Schere im Kopf | Zeilers Diagnose

Schere im Kopf. Wie nah sind sich ORF und Landeshauptleute? Es sind nicht nur böse Zungen, die vom „Landeshauptmann-TV“ sprechen. Dass man lange schon davon spricht, zeigt allein schon der Umstand, dass der Ausdruck ungegendert ist. Richtig müsste es wohl Landeshauptmann- und Landeshauptfrau-TV heißen. Im Mittelpunkt der aktuellen Aufmerksamkeit steht ja tatsächlich das mutmaßlich ungesunde Verhältnis zwischen der Führung des ORF-Landesstudios Niederösterreich und der dortigen Landeshauptfrau. Wie berichtet werden diese Vorgänge seit Montag von einer Kommission unter Leitung des ehemaligen ORF-Info-Direktors und Landesdirektors in zwei Bundesländern, Gerhard Draxler, überprüft. Im Visier ist der seinerzeitige Chefredakteur und nunmehrige niederösterreichische Landesdirektor Robert Ziegler. Dem hat man zwar für die Dauer der Überprüfung die redaktionelle Kompetenz entzogen, ihn aber nicht auf Urlaub geschickt. Wofür Draxler im „Krone“-Interview wenig Begeisterung zeigte. Er meinte: „Bei Robert Ziegler hätte ein verlängerter Weihnachtsurlaub die Situation wahrscheinlich beruhigt.“ Wobei: Auch wenn Ziegler aktuell nichts mit der politischen Berichterstattung in seinem Bundesland zu tun hat: Der ORF berichtet brav vom Wahlkampfauftakt der Landeshauptfrau Mikl-Leitner -  „live spezial“, wie es gestern in der hauseigenen Ankündigung hieß. Wie hatte das Medien- und Politik-Experte Peter Plaikner in der „Krone“ formuliert? „Die größere Gefahr als eine offensichtlich Einflussnahme ist die Schere im Kopf, die sich bei ORF-Mitarbeitern aufgrund von Zuständen bilden kann, wie sie aktuell dem Landesstudio Niederösterreich vorgeworfen werden.“ Ja, diese Schere - wer wird sie herausziehen können?  

Zeilers Diagnose. Die Schere in den Köpfen so mancher Damen und Herren - die kennt Gerhard Zeiler natürlich. In den 90ern regierte der Ex-Politsekretär selbst den Staatsfunk, ehe er internationale Karriere als Medienmanager machte. Und immer wieder als SPÖ-Chef und/oder -Spitzenkandidat im Gespräch war und ist. Wie fällt Zeilers Diagnose zu Vorgängen und Zustand des ORF aus? Dem (Vor-)Urteil, die Landesstudios seien „eine Art Landeshauptmann-TV“ würde er „nicht 100-prozentig wiedersprechen“. Die Redaktionen am Küniglberg seien „unabhängiger als in manchen Landesstudios“. Eine völlige Entkoppelung von der Politik sei zwar unrealistisch, aber es dürfe nur so wenig Politik wie möglich geben. Doch genau daran hat die Politik so gar kein Interesse. 

Kommen Sie gut durch den Dienstag!

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit

Mehr Nachrichten

Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung