Alles in Butter? Knappe zwei Jahre hätte die türkis-schwarz/grüne Koalition noch. Ob sie das schafft angesichts der zahlreichen Baustellen, die gerade in den vergangenen Woche sichtbarer denn je wurden? Erst vergangene Woche wurde nach einjährigen Verhandlungen die Reform des Arbeitslosengeldes abgeblasen - man konnte sich koalitionsintern nicht einigen. Das Erneuerbare-Wärme-Gesetz, das den Ausstieg aus Öl- und Gasheizungen vorsieht, liegt zwar schon im Parlament, hat dort aber noch keine Mehrheit gefunden und wird sich deswegen verzögern. Es heißt, maßgebliche Stimmen in der ÖVP sabotierten das Gesetz. Unterdessen wird ewig um die Einführung eines neuen Bundesstaatsanwaltes gerungen, genauso wie um das seit zwei Jahren fällige Klimaschutzgesetz. Dazu gesellen sich zahlreiche weitere Baustellen. Neuwahlgerüchte allerdings verweisen Türkise wie Grüne ins Reich der Spekulation. Man werde die Periode ausdienen, wird mit Nachdruck versichert. Und die beschworene Harmonie will man auch deutlich demonstrieren: Nach der Premiere des Kanzlergespräches, einer Art Pressekonferenz mit Karl Nehammer, soll demnächst ein gemeinsames „Kanzler-Vizekanzler-Gespräch“ folgen. Und nach den Weihnachtsferien eine Regierungsklausur. Na, dann ist ja alles in Butter. Oder auch nicht.
Von Herzen. Ja, es stimmt: An den Einkaufssamstagen wird es - so wie wohl auch am heutigen Marienfeiertag, an dem viele Geschäfte offen haben - in den Einkaufsstraßen und -zentren in ganz Österreich ganz schön eng. Weil so viele Menschen Weihnachtsgeschenke kaufen. Geht es uns allen, wie angesichts dieses scheinbar ungebremsten Sturms auf die Geschäfte manche unken, trotz aller Krisen, trotz explodierender Kosten immer noch soo gut? Nein. Es geht nicht allen gut. Es war schon in den vergangenen Jahren so, dass nicht wenige Menschen im Land ihr knappes Geld fürs Heizen zusammenkratzen mussten und für Geschenke kaum etwas übrig blieb. Angesichts der exorbitant gestiegenen Energiekosten hat sich die Situation dieser Mitbürger heuer noch einmal radikal verschlechtert. Gleichzeitig bekam die Gruppe dieser Landsleute, die nicht wissen, wie sie ihre Wohnung warm bekommen sollen, enormen Zulauf. Auf diese oft unverschuldet in eine finanzielle Notlage geschlitterten Menschen dürfen wir gerade im Winter, jetzt vor Weihnachten nicht vergessen. Mit der „Krone“-Aktion „Funken Wärme“ (Caritas-Konto AT69 1200 0100 1544 7005) helfen Unternehmen, vor allem aber auch viele, viele „Krone“-Leser, die das noch schaffen, von Herzen diesen Mitbürgern. Denn noch nie war es so wichtig, einen „Funken Wärme“ zu spenden.
Kommen Sie gut durch den Feiertag!
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