Der Lesehunger der Wiener scheint groß, die Buchmesse ist gut besucht. Welche Themen bei den Käufern heuer gefragt sind.
Bücher landen auch heuer wieder unter den Top 10 der Weihnachtsgeschenke. Kein Wunder also, dass es auf der Buchmesse am Messegelände beim „Krone“-Lokalaugenschein Donnerstagvormittag nur so vor Menschen wimmelt. „Ein gutes Weihnachtsgeschäft haben wir bitter nötig, bisher war das Jahr schlecht. Haben sich Bücher in der Vergangenheit als krisensicher bewiesen, merken wir die Teuerung bei den Kunden stark“, sagt Konstanze Borovansky vom Braumüller Verlag. Durch die Teuerung mussten auch ein paar Euros auf die Bücher aufgeschlagen werden.
Die Verlegerin hat auch ein paar Buch-Tipps parat: „Geheimnisse des Waldes“, wo ein Waldpädagoge Einblick gewährt oder auch der Roman „Schmelzwasser“, der die NS-Zeit von einer anderen Seite beleuchtet.
Am Vormittag sind auch einige Schulklassen auf der Messe unterwegs. Beim Stand des G&G Kinderbuch Verlags ist daher viel los. „Kinderbücher werden immer gern gekauft, besonders zu Weihnachten“, erzählt Vertriebsleiterin Isabella Scheuriger. Sie seien auch der „Christkind-Verlag“, die Auswahl an Weihnachtsbüchern ist groß.
Aber haben Kinder heutzutage überhaupt noch Freude und Interesse an Büchern? „Es kommt darauf an, was man den Kindern vorlegt, alte Schinken kann ich mir sparen. Zeitgenössische Literatur kommt bei der Jugend aber gut an“, weiß Deutschprofessorin Waltraud Kornfeld-Lax.
Ich suche ein Buch als Geschenk für meinen Freund zu Weihnachten. Auch ich freue mich immer über ein Buch zu Weihnachten, damit kann man etwas anfangen.
Nadine Duregger
Bei jungen Menschen muss das Interesse am Lesen geweckt werden, das geht nicht mit veralteter Literatur, sondern nur mit Zeitgenössischem.
Waltraud Kornfeld-Lax
Trotz vieler Krisen sind die Menschen noch nicht müde - zumindest was das Lesen betrifft. Gesellschaftskritische Literatur ist nach wie vor gefragt.
Christophe Koroknai
Lebensnahe Bücher trotz Krisen gefragt
Was wird denn zurzeit gern gelesen? „Zu unseren Bestsellern gehört ,Patriarchale Belastungsstörung‘, das die psychischen Folgen der Pandemie beleuchtet und ,Tagebuch einer Invasion‘, wo es um das Erleben des Ukraine-Krieges geht“, sagt Christophe Koroknai, Vertriebsleiter des Haymon-Verlags. Denn die Menschen seien nicht nur krisenmüde, sondern realitätsbewusst. Aufheiterung bietet dagegen das Buch „Erster Mai“. Für Lesestoff muss heuer aber tiefer in die Tasche gegriffen werden. „Bücher für unter 20 Euro gibt es kaum mehr“, so Koroknai.








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