Guten Morgen

Wahrheitspflicht | Schlussapplaus

Wahrheitspflicht: Nicht, dass er in den vergangen acht Tagen für nicht genug Spannung gesorgt hätte… Doch Thomas Schmid legt noch einmal nach. Bekannt ist ja seit einer Woche, dass der ehemalige Generalsekretär des Finanzministeriums und Ex-Chef der staatlichen Beteiligungsgesellschaft ÖBAG in mehr als einem Dutzend Sitzungen bei der Wirtschafts- und Korruptions-Staatsanwaltschaft ausgesagt hat. Bekannt ist, dass er dabei schwere Vorwürfe gegen türkis-schwarze Prominenz erhoben hat - von Sebastian Kurz abwärts. Der Ex-Kanzler wehrt sich wie fast die komplette ÖVP gegen die Beschuldigungen, man bezeichnet Schmid als „Lügenbaron“ oder „Baron Münchhausen“. Erst Gerichte würden klären, ob er die Wahrheit behauptet - denn als selbst Beschuldigter steht er bei seinen Aussagen vor der WKStA nicht unter Wahrheitspflicht. Vor einer Aussage im parlamentarischen ÖVP-Korruptionsausschuss hatte sich Schmid bisher gedrückt. Dort nämlich besteht Wahrheitspflicht - sonst macht man sich der Falschaussage schuldig. Gestern wurde nun aber bekannt, dass Schmid nun doch beim U-Ausschuss aussagen wird - und das schon in der nächsten Woche. Da kann er sich zwar entschlagen, wenn er sich mit Aussagen selbst belasten könnte. Insider gehen aber davon aus, dass er sich bei Anschuldigungen, die er bei der WKStA erhoben hat, nur schwer entschlagen dürfte. Und so setzt nun bei manchen der von Schmid Beschuldigten das große Zittern an. Denn U-Ausschuss-Aussagen sind nicht mehr leichtfertig als Lügen abzukanzeln.

Schlussapplaus. Er war Zeit seines Lebens eine ganz besondere Persönlichkeit - und bleibt es auch nach seinem Tod. Dietrich Mateschitz, der kürzlich verstorbene „Mr. Red Bull“, wünschte sich zurückhaltende, stille Trauer. Maximale persönliche Zurückhaltung im Leben und im Tod also. Schweigeminuten, schwarze Flaggen? Fehlanzeige. Das Formel1-Team feierte ausgelassen, so wie es sich Mateschitz gewünscht hat, heute, vor dem Champions-League-Spiel seiner Salzburger „Bullen“ gegen Chelsea, wird es keine Schweigeminute, sondern eine „Minute der Dankbarkeit“ geben. Da wird garantiert lautstark geklatscht werden - in diesem Fall also wohl doch keine stille Trauer, sondern eine laute - ein verdienter Schlussapplaus.

Kommen Sie gut durch den Dienstag!

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