Sa, 18. August 2018

Opposition in Sorge

11.08.2011 21:14

Bin-Laden-Film als Imagepolitur für Präsident Obama?

Auch mehr als drei Monate nach seinem Tod bereitet der Terrorpate Osama bin Laden der US-Regierung noch Kopfschmerzen. Grund dafür ist der wachsende Widerstand gegen den geplanten Film der Oscar-prämierten Regisseurin Kathryn Bigelow über die Tötung des Al-Kaida-Chefs. Vordergründig sorgen sich die Republikaner um die mögliche Weitergabe von Geheiminformationen an die Filmmacher. Tatsächlich dürfte aber die Angst vor einem Imagegewinn für Barack Obama die konservative Kritik angefacht haben.

Noch bevor Bigelows Bin-Laden-Film mit dem bezeichnenden Arbeitstitel "Kill Bin Laden" auch nur einen einzigen Drehtag erlebt hat, flammt in den USA eine politische Debatte über die Unterstützung der Filmemacher durch die US-Regierung auf. Ins Rollen brachte die Diskussion der republikanische Vorsitzende des Heimatschutzausschusses im US-Repräsentantenhaus, Peter King.

Er forderte die Aufsichtsgremien im Pentagon und beim Geheimdienst CIA am Mittwoch in einem Brief auf, die Zusammenarbeit mit Bigelow und dem Drehbuchautor Mark Boal auf den Prüfstand zu stellen. Er habe Sorge, dass "geheime Informationen" des Militäreinsatzes durchsickern könnten, schrieb er.

Film kommt kurz vor den Wahlen in die Kinos
Bigelows Film soll am 12. Oktober 2012 in die Kinos kommen - rund drei Wochen vor den Präsidentschaftswahlen. Und genau hier dürfte der Hund begraben sein: So monierte King etwa, dass Präsident Obama die Kooperation mit dem Filmteam dazu nutzen könnte, sein Image vor den Präsidentschaftswahlen aufzupolieren. Der konservative Politiker ist mit dieser Sorge nicht alleine.

Auch die renommierte Kolumnistin Maureen Dowd stößt in der New York Times ins gleiche Horn. Der Film werde sicherlich die "coole, mutige Entscheidung des Präsidenten zur Durchführung des Einsatzes trotz schlechter Erfolgsaussichten reflektieren", so Dowd. Die Kolumnistin, immerhin mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet, will gar eine von Washington initiierte Imagepolitur für den angeschlagenen Präsidenten erkennen.

Es sei klar ersichtlich, dass die Obama-Administration dem Drehbuchautor Boal - der neben Regisseurin Bigelow für das Bin-Laden-Filmprojekt verantwortlich zeichnet - dazu den Auftrag erteilt habe. Dem Wunsch entsprechend, so Dowd, werde der Film dann zeitlich perfekt abgestimmt der zunehmend schwierigen Kampagne Obamas neuen Schwung verpassen.

Weißes Haus und Pentagon weisen Kritik zurück
Aus dem Pentagon hieß es beschwichtigend, dass die Gespräche mit Bigelow bisher noch in einem sehr frühen Stadium seien. Das Verteidigungsministerium gewährt Militärfilm-Regisseuren nach der Durchsicht ihres Skripts häufig Zugang zu US-Stützpunkten.

Das Weiße Haus wies unterdessen die Sorge der Republikaner als "lächerlich" zurück. Es sei für die Beamten Routine, mit Filmemachern und Autoren zu sprechen, ohne Geheiminformationen preiszugeben, aber zugleich für eine wirklichkeitsgetreue Abbildung der Arbeit von Soldaten zu sorgen, sagte Obamas Sprecher Jay Carney. "Wir besprechen keine Geheiminformationen", ergänzte er.

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