Mi, 15. August 2018

"Sünder" zittern

11.08.2011 14:04

Deutschland hat angeblich neue Steuer-CD gekauft

Deutsche Steuerfahnder haben einem Zeitungsbericht zufolge eine neue CD mit Daten Tausender deutscher Steuerhinterzieher in der Schweiz gekauft. Der Datensatz von der Großbank sei sehr groß, berichtete die "Frankfurter Rundschau" am Donnerstag unter Berufung auf informierte Kreise. Bisher sei der Kauf geheim gehalten worden, offenbar habe nicht einmal das Finanzinstitut den Datenklau bemerkt.

Mehrere Staatsanwaltschaften und Steuerfahnder bereiteten derzeit eine konzertierte Aktion vor, berichtete die Zeitung weiter. Demnach sollen bald parallel Durchsuchungen in zahlreichen deutschen Bundesländern stattfinden. Allerdings sei unklar, inwieweit die Daten überhaupt noch verwertbar seien - oder ob sie durch das am Donnerstag abgeschlossene Steuerabkommen Deutschlands mit der Schweiz unbrauchbar würden. Das deutsche Finanzministerium hat den Kauf der CD mittlerweile dementiert, allerdings könnte es sich bei dieser Aussage auch um ein Täuschungsmanöver handeln.

Die Bundesrepublik und die Eidgenossenschaft hatten erst am Mittwoch vereinbart, dass ab 2013 für alle Schweizer Bankguthaben deutscher Steuerpflichtiger eine Abgeltungssteuer von 26,4 Prozent gilt. Die Banken sollen das Geld einbehalten und an den deutschen Fiskus weiterleiten. Das soll anonym geschehen, sodass die deutschen Behörden nicht erkennen können, wer hinter der Steuerzahlung steckt. Die deutschen Finanzbehörden können laut der Vereinbarung aber im Verdachtsfall bei den Schweizer Behörden nachfragen, ob jemand dort ein Konto hält.

Mit Inkrafttreten der Vereinbarung wird auch eine pauschale Summe von zwei Milliarden Schweizer Franken (1,9 Milliarden Euro) fällig, welche die Schweizer Banken an Deutschland überweisen. Das Geld soll als rückwirkende Besteuerung deutscher Bankguthaben in der Schweiz ab dem Jahr 2000 dienen. Steuersünder, die bisher unentdeckt blieben, gehen dadurch straffrei aus.

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