29.09.2022 11:57 |

Ausreise erschwert

Vor allem gut ausgebildete Russen auf der Flucht

Aufgrund der Mobilmachung in Russland befinden sich nach wie vor Zehntausende Einwohner auf der Flucht. Diese könnte aber insbesondere auf lange Sicht dramatische Folgen haben, denn: Vor allem sozial Bessergestellte und gut ausgebildete Männer verlassen derzeit das Land, womit auch volkswirtschaftliche Verluste einhergehen. Indessen versucht Russland zumindest in Richtung Kasachstan die Ausreise zu erschweren.

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„Unter denjenigen, die versuchen, Russland zu verlassen, sind die Bessergestellten und Gutausgebildeten überrepräsentiert“, teilte das Verteidigungsministerium in London am Donnerstag unter Berufung auf Geheimdiensterkenntnisse mit.

Auswirkungen von Talentabwanderung enorm
Wenn man auch die Einberufenen berücksichtige, dürften die binnenwirtschaftlichen Auswirkungen enorm sein, hieß es weiter. Die Behörde verwies auf die geringere Verfügbarkeit von Arbeitskräften und einen rasanten Brain-Drain, also einem Verlust von Fachkräften etwa in den Technikbranchen.

„In den sieben Tagen, seit Präsident (Wladimir) Putin die ,Teilmobilmachung‘ angekündigt hat, hat ein beträchtlicher Exodus von Russen begonnen, die der Einberufung entgehen wollen“, hieß es in London weiter.

Massenflucht übertrifft Stärke von Invasionsarmee
Zwar seien genaue Zahlen unklar. Aber vermutlich übertreffe die Zahl der Ausgereisten die Stärke der Invasionsarmee, mit der Russland im Februar die Ukraine angegriffen hatte. Schätzungen zufolge hatte Moskau vor dem Aufmarsch etwa 150.000 Soldaten an der Grenze zum Nachbarland aufmarschieren lassen.

Stopp für Wehrpflichtige an Grenze
Angesichts der Massenflucht in das zentralasiatische Nachbarland Kasachstan wollen russische Behörden wehrpflichtige Männer jetzt an der Grenze herausfiltern. In den nächsten Tagen werde ein vorübergehendes Mobilisierungszentrum am Grenzübergang Karausek im russischen Gebiet Astrachan eröffnet, teilte die Gebietsverwaltung nach Angaben der Staatsagentur Tass am Donnerstag mit.

Kasachstan als Hauptziel
An der Grenze habe sich eine kilometerlange Schlange aus Männern im wehrpflichtigen Alter gebildet, hieß es weiter. Am Grenzübergang würden die Pässe der Ausreisenden künftig mit den Einberufungslisten abgeglichen. Wer unter die Mobilmachungskriterien falle und keinen offiziellen Aufschub oder eine Ausreisegenehmigung vom Militär habe, dürfe nicht ausreisen.

Auch die Ausreise von Russland in das im Süden angrenzende Georgien ist inzwischen erschwert. Die an Georgien grenzende russische Teilrepublik Nordossetien im Kaukasus hat bereits am Mittwoch Einreisebeschränkungen angekündigt.

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