Sorgen nehmen zu

Jeder 3. beurteilt finanzielle Lage als „schlecht“

Leben
27.09.2022 09:17

Jeder dritte Österreicher sieht sich aktuell in einer schlechten finanziellen Lage, die Zukunftsaussichten sind pessimistisch. 56 Prozent der Bevölkerung erwarten eine Abschwächung der Wirtschaftslage in Österreich über die Wintermonate. Drei Viertel der Bevölkerung fürchten starken Einfluss der Inflation auf das eigene Leben, 83 Prozent der Bevölkerung sehen ihren aktuellen Lebensstil durch die steigenden Preise gefährdet. Vier von zehn Beschäftigte sind mit ihrem aktuellen Einkommen unzufrieden.

Die sich immer schneller drehende Preisspirale und die unsichere Wirtschaftslage machen den Österreichern zu schaffen. Steigende Lebenshaltungskosten aufgrund der hochschnellenden Energiepreise lassen die Mehrheit der Bevölkerung pessimistisch in die nahe Zukunft blicken: 56 Prozent erwarten eine wirtschaftliche Abschwächung über die Wintermonate, so die Ergebnisse einer aktuellen Erhebung* von Ipsos in Österreich.

38 Prozent fürchten weitere Verschlechterung
Nur 20 Prozent aller Befragten beurteilen die aktuelle Wirtschaftslage im Land als „sehr gut“ oder „gut“. Auch die eigene finanzielle Situation wird kaum besser eingeschätzt: 29 Prozent würden diese als „gut“ oder „sehr gut“ bezeichnen, ebenso viele allerdings auch bereits jetzt als „schlecht“ oder „sehr schlecht“. Angesichts der angespannten Wirtschaftslage und der Unsicherheit bezüglich der Weiterentwicklung des Ukraine-Konflikts und der Energieversorgung ist bei einer Mehrheit auch die Erwartungshaltung für die nächsten sechs Monate pessimistisch: 56 Prozent erwarten im Frühjahr eine schwächere Wirtschaftslage, und auch privat befürchten rund 38 Prozent eine Verschlechterung der persönlichen finanziellen Situation über den Winter.

Einen wesentlichen Grund für diesen Pessimismus stellt die bedrohliche Inflationsentwicklung dar. Laut aktueller Schätzung der Statistik Austria stiegen die Preise zuletzt so stark wie seit mehr als 50 Jahren nicht mehr. Die aktuellen Studienergebnisse bestätigen, dass diese Entwicklung auch im Alltag so wahrgenommen wird: In allen wesentlichen Konsumbereichen berichten die Befragten fast ausschließlich über gestiegene Preise. Acht von zehn Befragten haben in den vergangenen sechs Monaten Preissteigerungen bei Lebensmitteln und in Drogerien wahrgenommen, die Teuerungen wurden aber vor allem bei Treibstoffpreisen (72 Prozent), Strompreisen (64 Prozent) und Heizkosten (58 Prozent) als sehr hoch empfunden.

Auch die vermeintlichen Hauptfaktoren für die Preissteigerungen der vergangenen Monate haben die Österreicher bereits ausgemacht: Neben den gestiegenen Energiepreisen, denen knapp zwei Drittel der Bevölkerung die Schuld am aktuellen Preisschub geben, werden auch der Krieg in der Ukraine (58 Prozent) und die anhaltenden Auswirkungen der Corona-Pandemie (40 Prozent) besonders häufig als Gründe genannt. Bereits an vierter Position wird aber auch der vermeintlichen Gewinnoptimierung von Handel und Produzenten (30 Prozent) eine Mitschuld an der aktuellen Inflationsentwicklung gegeben, gefolgt von der Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (25 Prozent).

Eine notwendige Einschränkung des bisher gewohnten Lebensstils steht für 83 Prozent der Befragten außer Zweifel. Wie aber werden die Österreicher auf die beispiellose Teuerungswelle reagieren? Als beliebteste Strategie, um gegen die Teuerung im Alltag anzukämpfen, wird die verstärkte Nutzung von Rabatten und Sonderangeboten genannt (63 Prozent). Gleich darauf folgt die zuletzt von der Regierung verstärkt beworbene Empfehlung, Energie zu sparen und weniger zu heizen (61 Prozent).

Österreicher wollen mehr sparen
Auf den weiteren Plätzen folgen der vorläufige Verzicht auf nicht notwendige Anschaffungen (56 Prozent) sowie der allgemeine Vorsatz, weniger auszugeben und mehr zu sparen (52 Prozent). Immerhin 18 Prozent der unselbstständig Beschäftigten ziehen mittlerweile die Möglichkeit in Betracht, sich durch Mehrarbeit und Überstunden eine bessere finanzielle Basis zu schaffen. 15 Prozent der Beschäftigten sehen sich genötigt, demnächst eine Gehaltserhöhung zu verlangen. Ebenso viele überlegen, um Beihilfen und Förderungen der öffentlichen Hand anzusuchen.

Nur acht Prozent der Berufstätigen gaben in der Befragung an, mit ihrem Lohn bzw. Gehalt sehr zufrieden zu sein, weitere 51 Prozent sind zumindest eher zufrieden. 28 Prozent hingegen sind bereits jetzt eher unzufrieden, jeder Zehnte ist gar nicht zufrieden mit dem aktuellen Einkommen.

*Die Erhebung fand im Zeitraum 12. bis 14. September 2022 im Rahmen einer bevölkerungsrepräsentativen Online-Umfrage mit insgesamt n=500 Teilnehmern (Bevölkerung 18+ Jahre) statt.

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