Strände verschmutzt
Großbritannien: Abwasserüberwachung mangelhaft
In England und Wales wurden für etliche Strände Warnungen vor Verschmutzungen erlassen. Grund sind einige Abwasserunternehmen, deren Anlagen zur Überwachung gar nicht oder nicht wie vorgesehen funktionieren.
Rund ein Viertel aller Abwässer sei im vergangenen Jahr unüberwacht eingeleitet worden, sagten die oppositionellen Liberaldemokraten in der Nacht auf Montag. Davon sind sowohl beliebte Badestrände am Meer als auch Seen und Flüsse betroffen. Laut Daten der Umweltbehörde Environment Agency funktionieren zahlreiche Anlagen von Abwasserunternehmen, die das Einleiten von Abwässern überwachen sollen, nicht oder sind gar nicht wie vorgesehen installiert.
Umweltsprecher: „Regierung lässt sich nicht blicken“
Zuletzt wurden für etliche Strände in England und Wales Warnungen vor Verschmutzungen erlassen. „Großbritanniens Badeorte werden von verschmutzen Abwässern überschwemmt, doch die Regierung lässt sich nicht blicken“, kritisierte Tim Farron, umweltpolitischer Sprecher der Liberaldemokraten. Dies sei ein nationaler Skandal, die neuen Zahlen würden nach „Vertuschung stinken.“
Regierung: Haben Maßnahmen getroffen
Stanley Johnson, Umweltaktivist und Vater des scheidenden Premierministers Boris Johnson, kritisierte zudem, dass die britische Regierung Unternehmen zu wenig zur Verantwortung ziehen würde. Zuvor hatte die oppositionelle Labour-Party bereits mitgeteilt, dass die Menge ungeklärter Abwässer zwischen 2016 und 2021 beinahe um das Dreißigfache gestiegen sei. Vonseiten der Regierung hieß es, dass Maßnahmen getroffen worden seien, um das Problem zu lösen und die Wasserqualität zu verbessern.
Die meisten betroffenen Unternehmen kommentierten die Abwasser-Situation zunächst nicht. Ein Sprecher von Anglian Water sagte, dass das Unternehmen Hunderte Millionen Pfund in die Hand genommen habe. Hundert Millionen Pfund entsprechen 117,73 Millionen Euro.
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