
Vor einigen wenigen Monaten hätte wohl kaum einer gedacht, dass die SPÖ in Umfragen satt auf Platz Eins liegen könnte. Noch spannender: Sie konnte sogar die erfolgsverwöhnte ÖVP einholen! Könnte die SPÖ bei der nächsten Wahl also die ÖVP ablösen und die Kanzlerpartei stellen? Es ist möglich!
In der Löwelstraße dürften angesichts der guten Umfragewerte die Sektkorken knallen. Nach dem historisch schlechtesten Ergebnis bei einer Nationalratswahl und anschließend langem Herumgrundeln bei knapp über 20 Prozent ist die altgediegene Traditionspartei wieder zurück am Spielfeld. Und wie sie das ist! Die Sensation: Sie knackte zuletzt die 30-Prozent-Marke. Wie konnte das denn passieren?
Was Rendi-Wagner besser kann
Es scheint, dass die Österreicher Pamela Rendi-Wagner mehr Krisenkompetenz zutrauen würden als den anderen. Ob Corona-Strategie oder Preisdeckel: Während die Regierung sich uneins war, war sie hier früh Taktgeber. Natürlich ist das aus der Bequemlichkeit der Oppositionsrolle keine allzu große Kunst, etwas zu fordern und großzügig zu verteilen. Aber wenn die Regierung die Vorschläge aufgreift und umsetzt, zeigt das dennoch, dass Rendi-Wagner keine allzu schlechten Ideen hat.
Es liegt auch an der Schwäche der anderen
Dennoch sollte das Umfrageergebnis die SPÖ nicht zu einer übermäßig geschwollenen Brust verleiten. So schön dieser Etappenerfolg für die Genossen auch ist - er ist nicht unbedingt auf die Stärke der SPÖ, sondern zu einem nicht unerheblichen Teil auf die Schwäche der anderen zurückzuführen. Vor allem die Regierungsparteien haben hier durch ihr Zaudern in der Krise ordentlich Federn lassen müssen. Diese Prozentpunkte aufzuklauben - das ist keine große Kunst!
Selbst Türkise wechseln zu Rot
Trotzdem ist es erstaunlich, dass rund 200.000 Wähler von den Türkisen zu den Roten gewechselt haben sollen. Rein inhaltlich geht sich das auch mit viel Fantasie eigentlich kaum aus. Aber offenbar scheinen nun nach den vielen Skandalen, Rücktritten und Co. auch die ÖVP-Wähler neue Häfen zu suchen - auch wenn es ideologisch mit zum Beispiel der Reichen- und Erbschaftssteuer wohl kaum gegensätzlicher geht.
Kann Rot-Grün-Pink kommen?
Spannend wird, welche Konstellation sich nach der nächsten Wahl ergeben könnte. Gerüchteweise könnte ein völlig neuer Versuch in Richtung Rot-Grün-Pink ein realistisches Szenario sein. Nach verstaubten Traditionskonstellationen könnte das vielleicht verkrustete Strukturen aufwirbeln und eine völlig neue Politik bringen. Das müsste nach den herben Einbußen in Sachen Vertrauen jedenfalls der Anspruch sein.















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