05.07.2022 06:00 |

„Krone“-Kommentar

Die Folgen der Kassen-Fusion

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Es war zweifellos ein Mega-Projekt, aus 21 Sozialversicherungsträgern fünf zu machen und alle Gebietskrankenkassen zu fusionieren. Der unnötige PR-Gag der damaligen türkis-blauen Regierung war, eine „Patientenmilliarde“ als Einsparung zu versprechen. Das war erstens völlig unrealistisch, und zweitens hat es niemand geglaubt, der die österreichische Sozialversicherung ein bisschen kennt.

Dass der Rechnungshof nun feststellt, dass es sogar 215 Millionen € Mehrkosten gegeben hat, verwundert nicht. Denn eine Fusion kostet anfangs immer Geld. Noch dazu musste man intern jede Menge Widerstände überwinden. Schließlich wetterten vor allem die vielen SPÖ-nahen Funktionäre gegen die Reform.

Doch auf lange Sicht ist die Zusammenlegung richtig und sinnvoll. Viele Synergieeffekte werden sich erst im Lauf der Jahre zeigen. Aber um keinen Aufstand der 13.000 Beschäftigten zu provozieren, hat man bisher auf Personalabbau verzichtet und setzt darauf, Stellen nicht nachzubesetzen. Denn natürlich liegt darin das größte Potenzial, dass man z. B. nicht mehr neun IT-Abteilungen braucht.

Leistungen für die Versicherten wurden harmonisiert, aber auch nur in der ÖGK. Die anderen Kassen haben zum Teil deutlich bessere Konditionen für ihre Kunden. Bei den Arzthonoraren (da gibt es auch neun Länderkammern) ist noch keine Rede von gemeinsamen Verträgen. Es gibt noch viel zu tun bei der Reform, die Fusion war lediglich der erste Schritt.

Manfred Schumi
Manfred Schumi
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