Tag Drei ist angebrochen: Nachdem am Mittwoch Überschwemmungen und heftiges Unwetter weite Teile um den Ossiacher See und im Gegendtal zerstört hatten, rücken hunderte Einsatzkräfte am Freitag aus. Und auch Freiwillige können sich jetzt melden. Die Aufräumarbeiten laufen auf Hochtouren.
„Es sind unzählige Freiwillige Feuerwehren im Krisengebiet Einsatz!“, berichtet die LAWZ. Wie viele es genau sind, wird erst nach einer Zählung am Vormittag feststehen. Klar ist jedenfalls, dass der Katastrophenhilfszug (KAT) 5, der Donnerstag schon den betroffenen Menschen zu Hilfe geeilt war, am Freitag vom KAT 2 Spittal mit insgesamt 158 Einsatzkräften und 28 Fahrzeugen abgelöst wird.
Aufräumarbeiten auf Hochtouren
Massenweise Geröll müssen beseitigt, Straßen wieder hergerichtet werden. Häuser werden von Schlamm befreit. Kärnten Netz, die Tochterfirma von der Kelag, arbeitet auch wieder daran, die Stromversorgung in den von der Außenwelt abgeschnittenen Gemeinden wieder her zustellen. Derzeit seien noch etwa 150 Haushalte ohne Strom, es könnte aber möglich sein, dass sich das im Laufe des Tages schon ändert. Einsatzleiter Bernd Riepan: „Wir versuchen uns derzeit noch nach Einöde vorzuarbeiten!“
Die Polizei Flugeinsatzstelle und das Bundesheer sind rund um die Uhr im Einsatz mit Versorgungsflügen. Auch die Kärnten Netz wird unterstützt für die Strommasten, um schön langsam überall die Stromversorgung zu ermöglichen! Insgesamt fliegen drei Hubschrauber des Bundesheeres und zwei der Polizei ins Krisengebiet. Auch Medikamente werden geliefert. „Die Menschen stehen an erster Stelle, aber es müssen auch tote Tiere ausgeflogen werden, wie gestern ein Großpferd vom Pilsachhof!“, berichtet Waltraud Dullnigg, Polizeisprecherin.
Freiwillige Helfer können sich melden
Bernd Riepan bedankt sich für die Solidarität und die große Hilfsbereitschaft. War es für Zivilisten bis jetzt noch nicht erlaubt, ins Krisengebiet zu fahren, um zu helfen, wurde nun ein Freiwilliges Koordinierungszentrum eingerichtet. „Beim Reitsportzentrum in Treffen können sich alle, die helfen wollen, melden!“, so Riepan. Gute Koordination sei in dieser Situation aber essenziell: „Dafür gibt es eben diese Sammelstelle. Die Helfer werden dann mit Feuerwehrautos in die betroffenen Ortschaften gefahren!“ Auch Dulnigg warnt vor Alleingängen: „Es herrscht noch immer Zivilschutzalarm und es wird dringend appelliert nicht selbstständig ins Krisengebiet vorzudringen, weil es viel zu gefährlich ist!“
Ausgerüstet sollen freiwillige Helfer mit festem Schuhwerk, am besten Gummistiefel, Arbeitskleidung und einer Schaufel sein. Daniele Quaglia aus Arnoldstein ist einer jener Menschen, die sich gemeldet haben: „Viele meiner Arbeitskollegen befinden sich im Krisengebiet! Ich kann nicht einfach Zuhause sitzen!“ Er und die anderen Freiwilligen werden vor allem zum Ausschaufeln verschütteter Garagen und Häuser benötigt, in besonders stark betroffenen Bereichen wird mit schwererem Gerät gearbeitet.
Aus Arriach erreichten die „Krone“ nun auch Fotos, die die Zerstörung und Verwüstung abbilden:
Hilfsbereitschaft ist groß
In Katastrophen-Situationen ist es essenziell, dass zusammengehalten und einander geholfen wird. Anrainer der besonders stark getroffenen Gemeinden Arriach und Treffen unterstützen sich gegenseitig, helfen ihren Nachbarn. Und auch die „Krone“ will einen Beitrag leisten: Gemeinsam mit der Caritas hat die „Kärntner Krone“ eine Spendenaktion ins Leben gerufen, die Familien in den Oberkärntner Katastrophengebieten zugutekommt. (Spendenkonto: IBAN AT40 2070 6000 0000 5587, Kennwort: „Katastrophenhilfe Inland“).
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