25.06.2022 07:00 |

Ein Jahr nach Tod

Leiche von John McAfee noch immer in Spanien

Auch ein Jahr nach seinem Tod befindet sich die Leiche des schillernden US-Antivirus-Pioniers John McAfee noch im spanischen Barcelona. Grund ist ein noch offener, von McAfees Witwe angestrengter Rechtsstreit um weitere Untersuchungen. Per Online-Petition fordert sie nun eine unabhängige Autopsie.

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McAfee, der 1987 die erste kommerzielle Antiviren-Software der Welt auf den Markt brachte, war am 23. Juni 2021 im Alter von 75 Jahren tot in seiner Gefängniszelle aufgefunden worden - wenige Stunden nachdem der Oberste Gerichtshof Spaniens seine Auslieferung an die Vereinigten Staaten wegen Steuerhinterziehung genehmigt hatte.

Der britisch-amerikanische Mogul war acht Monate lang im Gefängnis Brians 2 in Barcelona inhaftiert, nachdem er nach Jahren der Flucht vor den US-Behörden verhaftet worden war. Die Autopsie ergab, dass er durch Selbstmord starb. Nach Angaben der Gefängnisbehörden hatte er bereits vier Monate vor seinem Tod versucht, sich das Leben zu nehmen.

Zweifel an der offiziellen Darstellung bekundet die Witwe des exzentrischen Antivirus-Spezialisten, Janice McAfee. Bereits kurz nach seinem Tod hatte sie einem Reuters-Bericht zufolge gesagt, dass John McAfee nicht selbstmordgefährdet war und sie deshalb nach „Antworten“ suchen würde.

Witwe fordert unabhängige Autopsie
Via Twitter rief Janice McAfee nun dazu auf, eine Online-Petition zu unterzeichnen, um die spanischen Behörden unter Druck zu setzen, die sterbliche Überreste ihres Mannes freizugeben, damit dieser „endlich beigesetzt werden kann“. „Es ist schwer in Worte zu fassen, wie das Leben im vergangenen Jahr war. Ich kann immer noch nicht glauben, dass John tot ist“, schrieb Janice McAfee anlässlich des Todestages.

Die Petition, die bereits von mehr als 2000 Menschen unterzeichnet wurde, fordert eine unabhängige Autopsie, „um festzustellen, ob die offizielle Todesursache angefochten oder privat untersucht werden kann“.

Endgültige Entscheidung ausständig
Wie Reuters unter Berufung auf einen Anwalt des verstorbenen Unternehmers berichtet, hielt McAfees Familie die ursprüngliche Autopsie für unvollständig und bat um weitere Untersuchungen, die von einem örtlichen Richter jedoch abgelehnt wurden. Die Familie legte gegen diese Entscheidung Berufung ein, woraufhin ein Gericht entschied, dass McAfees Leichnam bis zu einer endgültigen Entscheidung in dem Rechtsstreit nicht an die Familie übergeben werden könne.

Laut einem Sprecher des Justizministeriums von Katalonien liegt McAfees Leichnam noch immer in jenem Leichenschauhaus, in dem auch seine Autopsie durchgeführt wurde. Gegenüber der Nachrichtenagentur fügte er hinzu, dass es ungewöhnlich sei, dass identifizierte Leichen, die von ihren Familien zurückgefordert wurden, so lange aufbewahrt werden.

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