15.06.2022 11:55 |

krone.at-Kolumne

Warum soll der Mittelstand nicht entlastet werden?

Man hat das Gefühl, dass die Regierung selbst beim Entlastungspaket nur alles falsch machen konnte. Der Vorwurf der Kritiker, dass auch die Mittelschicht von so mancher Erleichterung profitiert, ist aber höchst unfair. Denn: Warum soll die Mittelschicht in Krisenzeiten nicht auch entlastet werden? Sie spüren die Teuerungen genauso wie alle anderen!

Artikel teilen
Drucken
Kommentare
0

Es ist ja schon ein wenig absurd. Kaum hatte die türkis-grüne Bundesregierung ihr Entlastungspaket präsentiert, kamen auch die ersten Unkenrufe. Der Vorwurf: es sei „unsozial“, dass auch die Mittelschicht von den Maßnahmen profitieren würde - immerhin dürfe man nur die „Ärmsten der Armen“ entlasten. Aber warum eigentlich?

Auch der Mittelstand leidet unter den Teuerungen
Immerhin muss auch der durchschnittliche Mittelständler in Zeiten wie diesen aufs Börserl schauen und womöglich auch den Gürtel enger schnallen - die Teuerungen spürt er ja genauso! Die Mär, wonach der Mittelstand sich die gesalzenen Energie-, Gas- und Benzinpreise locker leisten kann, ist einfach nicht richtig. Und mehr noch: Mit ihrer Kaufkraft sind sie maßgeblich an unserem Wirtschaftswachstum beteiligt. Sie zu entlasten, ist also auch für unser aller Konjunktur wichtig!

Steuergeld wächst nicht auf den Bäumen
Der Mittelstand zahlt zudem durch seine Steuerabgaben einen Großteil jener Entlastungen, die nun auch den untersten Einkommensschichten zugutekommen. Er leistet damit ohnehin seinen Beitrag. Zu schauen, dass er auch weiterhin über die Runden kommt und ordentlich konsumiert, sollte uns also genauso ein Anliegen sein wie die Unterstützung der Armen. Das Steuergeld wächst schließlich nicht auf den Bäumen!

Neid ist ein unguter Erstreflex
Natürlich muss den Niedrigverdienern, Alleinerziehern und Arbeitslosen ungleich mehr geholfen werden, um die Teuerungen abzufedern. Den Ärmsten zu helfen, ist wichtig und richtig. Geschenkt. Dass dennoch so mancher nun geneigt ist, der Mittelschicht jeden Entlastungs-Cent neidig zu sein, ist nicht mehr als ein unguter Erstreflex. Und Missgunst ist ein übles Gefühl.

Diese Erkenntnis ist bitter, aber es ist die Realität
Denn es ist leider ein Faktum, dass es immer einen Teil in der Gesellschaft geben wird, der etwas mehr hat als ein anderer. Alles und jeden angleichen zu wollen, ist zwar sicher ein hehrer Ansatz, aber auf lange Sicht trägt das unsere Gesellschaft nicht. Eine gewisse Schieflage wird es immer geben. Diese Erkenntnis ist zwar bitter, aber das ist leider die Realität.

Katia Wagner
Katia Wagner
Kommentare

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Mittwoch, 06. Juli 2022
Wetter Symbol
(Bild: Krone KREATIV)