27 Todesopfer
Neonazi-Mordbande in Russland erhält lange Haftstrafen
Die Neonazis im Alter von 21 bis 29 Jahren waren schuldig gesprochen worden, 2007 und 2008 zahlreiche rassistische Übergriffe begangen und mit Messern, Hämmern und Baseball-Schlägern vor allem aus Fremdenhass insgesamt 27 Menschen getötet zu haben. Im Internet prahlten sie mit ihren Bluttaten.
Der Anführer der Gruppe, Lew Molotkow, sei eine "außerordentliche Gefahr" für die russische Gesellschaft, sagte Richter Nikolai Tkatschuk bei der Urteilsverkündung. Gegen die meisten seiner Komplizen, darunter auch eine junge Frau, verhängte das Gericht Gefängnisstrafen zwischen zehn und 23 Jahren. Nur ein Angeklagter kam mit einer achtjährigen Bewährungsstrafe davon, weil er sich gestellt und mit den Behörden zusammengearbeitet hatte.
"Unser Gewissen steht über dem Gesetz"
Im Gerichtssaal riefen die 13 Angeklagten, von denen mehrere kahl rasierte Schädel hatten, antisemitische und NS-verherrlichende Parolen. Bei der Urteilsverkündung unterbrachen sie den Richter mehrmals mit Gejohle. "Unser Gewissen steht über dem Gesetz", riefen sie im Chor.
Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor lebenslange Haftstrafen für sieben der 13 Rechtsextremen gefordert, auch weil sie versucht haben sollen, Sprengstoff für einen Anschlag auf ein Elektrizitätswerk in einem Vorort von Moskau herzustellen. Laut der Nachrichtenagentur Interfax gehörten die Angeklagten allesamt der im Februar vergangenen Jahres vom Verfassungsgericht verbotenen Organisation Nationalsozialistische Gesellschaft an.
Jährlich Dutzende Morde an Ausländern
Rassistische Übergriffe haben in Russland stark zugenommen, jedes Jahr werden Dutzende Ausländer wegen ihres Aussehens ermordet. Die Übergriffe richten sich vor allem gegen Kaukasier oder Menschen aus den ehemaligen Sowjetrepubliken in Zentralasien. Allein im vergangenen Jahr nahm die Zahl rechtsextremer Straftaten nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft im vergleich zum Vorjahr um 20 Prozent zu. Ende 2010 hatte es in Russland eine Welle ausländerfeindlicher Krawalle gegeben, nachdem bei einer Prügelei mit kaukasischstämmigen Jugendlicher ein Fußball-Fan getötet worden war.
Symbolbild
Kronen Zeitung als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen 






Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.