„Krone“ gibt Tipps

Gefahren im Haushalt: So bleiben Kinder sicher

Österreich
27.05.2022 06:00

Offene Fenster, Herdplatten, Pools: Im Haushalt lauern viele Gefahren für Kinder. Die „Krone“ gibt Tipps, wie man Unfälle vermeidet.

Während die Mama den Tisch deckt, zieht die Tochter den Kochtopf vom Herd. Der Papa kurz auf der Toilette, und der Sohn klettert unbemerkt aufs Fensterbrett. Gefahrensituationen wie diese sind nicht zu unterschätzen.

Zwei Drittel aller Unfälle von Kindern passieren im Haushalt
Zwei Drittel aller Unfälle von Kindern passieren im Haushalt, wie die Tragödien der letzten Wochen vor Augen führen. Zum Glück haben viele der kleinen Opfer einen Schutzengel. Aber nicht immer geht ein Unfall gut aus, und auch Folgeschäden können verheerend sein.

19.011 Unfallkinder im Spital

Laut Statistik Austria müssen jedes Jahr Tausende Kinder nach Heimunfällen stationär behandelt werden.

Aufmerksamkeit ist der beste Schutz. Die „Krone“ zeigt, wo zu Hause die größten Risiken lauern:

  • Vergiftungs- und Erstickungsgefahr: Werden Kleinteile oder Lebensmittel versehentlich verschluckt und gelangen in die Luftröhre, zählt jede Sekunde. Durchschnittlich 200 Kinder im Jahr müssen in Österreich wegen eines Fremdkörpers in den Atemwegen stationär in einem Krankenhaus behandelt werden. Tipp vom Kuratorium für Verkehrssicherheit: Kinder sollten in Ruhe und im Sitzen essen, kleinteilige Dinge außer Reichweite von Kindern aufbewahrt werden. Das gilt auch für Putzmittel und Co. Denn 680 Kinder unter 14 Jahren mussten 2020 stationär nach einer Vergiftung ins Spital. Auch Kohlenmonoxid stellt, etwa bei schlecht gewarteten Thermen, ein Risiko dar.
  • Verbrennungsrisiko: Etwa ebensoviele Kinder wurden wegen einer Verbrennung oder Verbrühung im Krankenhaus aufgenommen. Im Schnitt mussten sie über eine Woche lang auf der Station bleiben. Tipp: Verwenden Sie die hinteren Herdplatten zum Kochen, und drehen Sie Pfannenstiele nach hinten.
  • Fensterstürze: In den letzten Wochen kam es bei uns zu einer tragischen Häufung von Fensterstürzen von Kleinkindern. Vier Kinder verletzten sich in Wien und Oberösterreich innerhalb weniger Tage schwer - die „Krone“ berichtete. Wie eine Analyse des Kuratoriums für Verkehrssicherheit basierend auf 113 Fensterstürzen von Kindern ergab, war bei jedem sechsten Fenster ein Insektenschutzgitter montiert. Tipp: Katzen- und Fliegenschutzgitter eignen sich nicht als Schutzmaßnahme, auch beim „Stoßlüften“ kleine Kinder stets beaufsichtigen.
  • Ertrinkungsunfälle: Leider nahmen heuer schon mehrere Ertrinkungsunfälle von Kleinkindern in Österreich einen tödlichen Ausgang. Oft wird der eigene Pool oder ein Gartenteich zur Gefahr. Tipp: Sichern Sie Ihren Pool mit einem Zaun, und lehren Sie ihr Kind frühzeitig das Schwimmen.
  • Vorsicht mit Fahrzeugen: Das Kind spielt im Hof oder in der Einfahrt und wird dabei überrollt. Zuletzt starb in Annaberg ein einjähriges Mädchen, das von einem Lieferauto überfahren wurde. Auch landwirtschaftliche Geräte sind Gefahrenquellen. Tipp: Ein Blick hinter den Wagen vor dem Losfahren kann Leben retten.

Leider ist auch Gewalt in der Familie eine Gefahrenquelle. 2020 wurden drei Kinder unter zehn Jahren ermordet.

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