Gelungen ist den Forschern der Nachweis von Wasserstoffperoxid-Molekülen im interstellaren Raum mithilfe des APEX-Teleskopes (kleines Bild), das von der Europäischen Südsternwarte ESO auf der 5.000 Meter über dem Meeresspiegel gelegenen Hochebene Chajnantor in den chilenischen Anden betrieben wird.
Die (rot eingekreiste) Umgebung von Rho Ophiuchi ist reich an Wolken aus kühlem Gas und Staub mit Temperaturen um die -250 Grad Celsius, in denen neue Sterne entstehen. Das Nebelgebiet besteht größtenteils aus molekularem Wasserstoff, enthält aber auch Spuren von anderen Molekülen. Es bietet sich daher als Beobachtungsziel für Astronomen an, die auf der Suche nach bestimmten chemischen Verbindungen im Weltraum sind.
Schlüsselmolekül für Wasser-Entstehung
Wasserstoffperoxid, das aus je zwei Wasserstoff- und Sauerstoffatomen besteht (chemische Summenformel H2O2) spielt eine Schlüsselrolle bei der Frage, wie in den Tiefen des Alls Wasser entstehen kann – und damit die Grundlage für Leben, wie wir es kennen. Auch der größte Teil des Wassers, das wir heutzutage auf der Erde finden, dürfte sich im Weltraum gebildet haben.
Den aktuellen Modellen zufolge bildet sich Wasser in mehreren Schritten. Im ersten Schritt bildet sich an der Oberfläche von kosmischen Staubkörnern und Rußpartikeln durch Anlagerung von Wasserstoff (H) an Sauerstoffmolekülen (O2) Wasserstoffperoxid. Im nächsten Schritt entsteht aus dem Wasserstoffperoxid und weiterem Wasserstoff dann Wasser (H2O). Der Nachweis von Wasserstoffperoxid bestätigt einen zentralen Aspekt dieser Modelle und trägt damit zu einem besseren Verständnis der Entstehung von Wasser im Kosmos bei.
Die 1962 gegründete Europäische Südsternwarte ESO ist die führende europäische Organisation für astronomische Forschung und ermöglicht Spitzenforschung, indem sie leistungsfähige bodengebundene Teleskope entwirft, konstruiert und betreibt. Getragen wird die ESO durch ihre 15 Mitgliedstaaten, zu denen seit dem Juli 2008 auch Österreich gehört.
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