Eine besetzte Baustelle in der Donaustadt ist noch übrig. Rund um den SPÖ-Parteitag nächsten Samstag rufen die Aktivisten zur Großdemo auf und holen sich Unterstützung.
Verdächtig still ist es in jüngst um die noch verbliebenen Protestler gegen die Stadtstraße geworden. Nachdem Anfang April die besetzte Baustelle in der Hirschstettner Straße von der Polizei geräumt worden ist, hat sich der letzte Widerstand nur ein paar hundert Meter weiter in das - vorerst noch legale - Camp beim Hirschstettner Schloßparks zurückgezogen. Dort wird unbeirrt für weiteren Aktionen trainiert und an „kreativen“ Protesten getüftelt - an Tagesfreizeit dürfte es nicht mangeln.
Besetzerrekrutierung sogar schon im Ausland
Ob der Wille zum Protest aber immer noch stark verbreitet ist, darf bezweifelt werden. Mittlerweile rekrutiert die Chaotenbewegung sogar Nachwuchs im tschechischen Brünn und holt sich aus dem Ausland Verstärkung. Zudem warfen die Besetzer die Druckerpresse angeworfen. 150.000 Ausgaben der eigenen Campzeitung wurden in der Stadt verteilt. Finanziert von freiwilligen Spenden, wie man betont. Die Postille gibt es auch auf Arabisch und Türkisch.
- 27. August 2021: Klimaaktivisten besetzen zwei Baustellen der Stadtstraße und verhindern den Baubeginn. Ein legales Camp in der Anfanggasse entsteht.
- 1. Dezember 2021: Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne) verkündet das endgültige Aus für den Lobautunnel.
- 1. Februar 2022: Die illegale besetzte Baustelle in der Hausfeldstraße wird polizeilich geräumt. Chaotische Szenen und 48 Festnahmen sind die Folgen.
- 5. April 2022: Die besetzte Baustelle in Hirschstetten wird geräumt. Der Bau der Stadtstraße beginnt.
Aktionstag und Großdemo stehen bevor
Am 25. Mai soll die nächste Aktion starten. In einer Mitteilung an Sympathisanten heißt es dazu kryptisch: „Aufruf zu massenhaftem zivilem Ungehorsam am LobauBleibt-Aktionstag gegen die Stadtautobahn“. In die Karten blicken lassen sich die Protestler nicht. Keine der drei Sprecherinnen wollte der „Krone“ Auskunft über die streng geheime Aktion am Mittwoch geben. Wohl aus gutem Grund. Für das nächste Wochenende - wenn die Wiener SPÖ ihren Landesparteitag abhält - ist eine Großdemo gemeinsam FridayForFuture und anderen Organisationen angesetzt. Vom Schwedenplatz über die Praterstraße wird man im Anschluss dann wohl zur Messe marschieren, wo die Genossen tagen.
Dort will man „Bürgermeister Ludwig und seiner SPÖ einen Besuch abstatten“. Ein Verkehrskollaps dürfte wohl bewusst herbeigeführt werden.
Verstärkte Sicherheitsmaßnahmen
Seitens der Polizei heißt es, dass etwaige Einsatzplanungen noch nicht abgeschlossen seien. Auf „Krone“-Anfrage bestätigt die SPÖ Wien, dass man verstärkte Sicherheitsmaßnahmen getroffen habe, etwa sind mehr Sicherheitskräfte im Einsatz. Am Eingang gebe es strenge Sicherheitskontrollen. Indes schreiten die Arbeiten am größten Straßenbauprojekt der letzten Jahre voran. Einen Steinwurf von den Blumengärten Hirschstetten entfernt entsteht gerade das Tunnelportal. Trotzdem: der aussichtslose Protest der Partycamper geht weiter. Bis zur nächsten behördlichen Räumung.









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