Sextett geschnappt

K: Teenager klauen Autos und flüchten mit Tempo 240

Kärnten
25.06.2011 11:52
Eine minderjährige Schülerin, drei beschäftigungslose Jugendliche und zwei weitere Verdächtige im Alter von 13 bis 19 Jahren sind am Freitagabend nach einer rasanten Verfolgungsjagd und einer groß angelegten Fahndung von der Kärntner Polizei festgenommen worden. Dem Sextett werden etliche Straftaten - darunter mehrfacher Auto- und Kennzeichen-Diebstahl sowie Tankbetrügereien - angelastet.

Die beiden Haupttäter - ein 16- und ein 18-Jähriger - wurden in die Justizanstalt Klagenfurt gebracht, drei weitere Jugendlichen auf freiem Fuß angezeigt. Die Schülerin wurde dem Jugendamt gemeldet.

In Firmengelände eingebrochen
Der 18-Jährige leistete seinen Zivildienst in einer Notschlafstelle in Klagenfurt, als er den 16-jährigen Beschäftigungslosen kennenlernte. Die beiden fuhren nach Straßwalchen in Salzburg und brachen in ein Firmengelände einer Spedition ein. Dort nahmen sie elf Fahrzeuge in Betrieb, darunter einen VW Tiguan. Mit diesem durchstießen sie einen Zaun und stahlen einen fabriksneuen Audi A8 und einen 5er-BMW.

Bei der Ausfahrt aus dem Firmengelände kollidierten jedoch die beiden Pkws. Der Audi A8 und der BMW wurden schwer beschädigt. Daraufhin stahlen sie einen fabriksneuen Audi A6 Quattro im Wert von 87.000 Euro und flüchteten vom Betriebsgelände. Die Bande hinterließ einen Schaden von rund 100.000 Euro.

Nachdem das Duo Kennzeichentafeln gestohlen hatte, montierte es diese auf den 330 PS starken Audi A6 und fuhr damit nach Kärnten. Dort trafen sich die beiden mit den weiteren Jugendlichen. Insgesamt legten sie mit dem gestohlenen Pkw rund 1.600 Kilometer zurück, gelenkt hat laut Polizei der 16-Jährige.

Quintett bei Großfahndung im Wald aufgestöbert
Am 21. Juni ignorierte die Bande auf der Autobahnraststätte "Wörtherseerast" ein Haltezeichen der Polizei und flüchtete mit rund 240 km/h. In Ferlach stahlen die Jugendlichen weitere Kennzeichentafeln. Am 23. Juni fiel das Quintett der Polizei nach einem Tankbetrug in Reifnitz im Bezirk Klagenfurt-Land auf. "Nach der zweiten Anzeige haben wir den A6 entdeckt und die Verfolgung aufgenommen", bestätigt ein Polizist.

In Maria Wörth gerieten die Diebe in eine Sackgasse. "Maria Wörth haben wir bei dem Einsatz komplett abgeriegelt – dann war für die Täter Endstation", schildert Gerhard Reichmann von der Polizeiinspektion Reifnitz. Die Verdächtigen fuhren zunächst über eine Wiese und flüchteten schließlich zu Fuß. Nach einer groß angelegten Fahndung mit neun Polizei-Streifen, zwei Diensthundestreifen und einem Hubschrauber des Innenministeriums wurden die fünf in einem Holzunterstand aufgestöbert und festgenommen. Ein weiterer mutmaßlicher Komplize wurde nach Erhebungen in Klagenfurt festgenommen.

Auf das Konto der Jugendlichen gehen laut Polizei außerdem noch vier Tankbetrügereien, ein Zechbetrug und ein Bekleidungsdiebstahl. Bis auf den Zivildiener sind alle Täter beschäftigungslos und waren in diversen Jugendbetreuungseinrichtungen im Raum Klagenfurt untergebracht.

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