AKW Fukushima

Evakuierungszone anscheinend nicht ausreichend

Ausland
16.06.2011 15:56
Die japanische Regierung will weiteren Haushalten nahe des havarierten Atomkraftwerks Fukushima eine Evakuierung nahelegen. Man werde bestimmte Zonen in einem Wohngebiet benennen, in denen die Strahlenbelastung über eine international empfohlene Höchstgrenze von 20 Millisievert im Jahr steigen könnte, sagte Regierungssprecher Yukio Edano am Donnerstag laut Medien. Bisher gibt es eine 20-Kilometer-Sperrzone um Fukushima.

Bei der neuen Vorgehensweise sei es zwar die Entscheidung der Betroffenen, ob sie ihr Haus verlassen wollen. Aber gerade Kinder und Schwangere würden aufgefordert, die noch zu benennenden Orte zu verlassen, hieß es. Zudem solle geprüft werden, ob solche "Hot Spots" dekontaminiert werden können, berichtete die Agentur Kyodo. Falls nicht, solle mit den Gemeinden gesprochen werden. Die Bewohner würden über die Auswirkungen der Strahlung und mögliche sichere Unterkünfte im Falle einer Evakuierung informiert. Sofern die Betroffenen wünschen, ihre Häuser zu verlassen, werde ihnen geholfen.

Trümmer zur Energiegewinnung
Wie die Regierung laut Kyodo weiter mitteilte, will der Betreiber der Atomruine, der Energiekonzern Tepco, am Freitag einen aktualisierten Zeitplan zur Bewältigung der Krise in Fukushima vorlegen. Nach einem Bericht der Wirtschaftszeitung "Nikkei" vom Donnerstag erwägt die Regierung den Bau von Kraftwerksanlagen zur Verbrennung der Holztrümmer in den Katastrophengebieten.

Die Regierung könne auf diese Weise gleich zwei Dinge regeln: die Frage, wie die riesigen Holzberge beseitigt werden sollen, und mögliche Engpässe bei der Stromversorgung. Zu diesem Zweck sollen in den vom Erdbeben und dem Tsunami am 11. März zerstörten Gebieten, einschließlich der Provinzen Iwate und Miyagi, fünf Holzverbrennungsanlagen errichtet werden, meldete die Zeitung weiter. Wie lange das dauern könnte, ist nicht bekannt.

Kraftwerke sollen wichtige Stromlieferanten werden
Jedes dieser neuen Kraftwerke soll dem Blatt zufolge Strom für 3.000 Haushalte erzeugen. Japanische Häuser, vor allem in ländlichen Regionen, sind oft aus Holz gebaut. Sobald alle zerstörten Gebäude beseitigt sind, sollen die Kraftwerke mit Abfällen aus der Forstwirtschaft befeuert werden. Nach Schätzungen sind in Folge des Megabebens und des Jahrhundert-Tsunamis 20 bis 30 Millionen Tonnen Trümmer zurückgeblieben. Davon seien fünf Millionen Tonnen Holz, das sich zur Energieerzeugung nutzen lasse, hieß es. Da die Betriebskosten etwas höher als bei Wind- und Solarkraftwerken seien, wolle die Regierung die Verbrennungsanlagen subventionieren.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Ausland
16.06.2011 15:56
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung