Zu weit gegangen
Wahlkampfspot zeigt US-Stadträtin als Stripperin
Der Wahlkampfspot des Political Action Committee setzt sich auf außergewöhnlich negative Weise mit einer Initiative gegen Gang-Gewalt auseinander, die von der demokratischen Stadträtin von Los Angeles, Janice Hahn, initiiert wurde. Hahn kandidiert derzeit für einen freien Sitz im Kongress gegen Craig Huey, einem Mitglied der umstrittenen republikanischen Tea-Party-Bewegung.
Strippende Stadträtin und Gangster
Als wäre der Titel "Give us your cash, B**ch!" nicht schon genug, wird die Stadträtin in dem Video als rotäugige Teufelsstripperin dargestellt – die Macher des Spots "verpflanzten" ihren Kopf dazu einfach auf den Kopf einer Tänzerin. Die weiteren Hauptrollen spielen zwei Afro-Amerikaner, die mit Schusswaffen in der Hand einen obszönen Rap anstimmen.
Obwohl die Kritik nach der Veröffentlichung des Wahlkampfspots nicht lange auf sich warten ließ, verweigern die Macher des Clips von Turn Right USA bisher jegliche Entschuldigung. "Wir haben uns entschlossen, ein kontroversielles Video zu machen, das viele Leute verärgern wird", sagte der Produzent und Drehbuchautor des "Werks", Ladd Ehlinger, gegenüber amerikanischen Medien. Der konservative Filmemacher und Mitbegründer von Turn Right USA war bereits in der Vergangenheit für politische Werbespots verantwortlich.
YouTube läutete neue Ära ein
Aus dem Büro von Janice Hahn hieß es indes, das Video sei die sexistischte und rassistischte Wahlwerbung aller Zeiten. Auch die republikanische Partei im Bundesstaat Kalifornien distanzierte sich mittlerweile von dem Wahlkkampfspot und den Betreibern von Turn Right USA. Die Website des Political Action Committee ist inzwischen offline gegangen, auch ein in dem Wahlkampfspot genannter Link für eine Website mit dem Titel "HahnsHomeboyz.org" funktioniert derzeit nicht.
Die Videoplattform YouTube hat in den letzten Jahren eine neue Ära in Bezug auf politische Kampagnen eingeläutet, die zum Teil aber recht verrückte Blüten treiben kann. Erst im vergangenen Jahr sorgte, ebenfalls in Kalifornien, ein Internet-Video im Zusammenhang mit den republikanischen Kandidaten für die Senatswahl für große Aufregung. Dabei verunglimpfte eine politische Quereinsteigerin ihren Konkurrenten unter anderem als "Dämonenschaf" (siehe Infobox).
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