Bosnien von heute und vermutlich die Ukraine irgendwann morgen verbindet ein Kriegsende ohne Lösung; ein „eingefrorener Krieg“, der etwa am letzten Tag stehen geblieben ist.
Kanzler Nehammer hat letzte Woche in Sarajewo solche Zustände hautnah erleben können: ein nicht funktionierendes, zerrissenes Gebilde; die bösartige Karikatur eines versumperten Staates, der von Europa teuer gesundgebetet wird („an die EU heranführen“).
Dieser unglückliche Staat wird von seinen Jungen, seines Besten in Scharen verlassen - eine Million ist es schon aus Bosnien. Die Folge ist eine Spirale abwärts in Armut und Rückständigkeit.
Die drei Polit-Mafien haben es sich in herzlicher Abneigung bequem eingerichtet. Milorad Dodik vom Teilstaat Republika Srpska ist Putins bester Mann am Balkan.
Dieses Szenario droht der Ukraine. Es ist nicht anzunehmen, dass sich Russland aus den eroberten Gebieten zurückzieht, besonders nicht aus dem Verbindungskorridor zwischen der Krim und den „Volksrepubliken“ Donezk und Luhansk und möglicherweise „Volksrepublik“ Cherson und weiteren Satelliten.
Der Daytonvertrag für Bosnien war kein Friedensvertrag, sondern ein Kriegsbeendigungsvertrag. Danach schlief der Westen ein, weil dort „alles ruhig“ war.
Der Ukraine-Krieg hat den Westen wachgerüttelt. Lange Verhandlungen stehen bevor. In Stalins Korea-Krieg war 1951-1953 über ein Jahr lang verhandelt UND geschossen worden.
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