Die Kreml-Propaganda hat ein neues Spielfeld zur Rechtfertigung des Krieges gefunden: geheime, von den USA gesteuerte, Biowaffen-Labors in der Ukraine. Die sind so geheim, dass der russische Botschafter gar keine Beweise vorlegen konnte, als er den Sicherheitsrat der UNO zu einer Dringlichkeitssitzung zusammenrief. Beweise sind auch gar nicht nötig, denn es ging nur darum, an der Heimatfront Propaganda über die Alarmierung der Welt aufzubauen.
Die US-Botschafterin hatte es leicht. Sie konnte mit Zitaten aus der Biowaffen-Propaganda zum Georgienkrieg 2008 kontern.
Russland bleibt sich treu. Nur Historiker können sich noch an den Propagandaknaller im Koreakrieg 1950-1953 erinnern. Damals sollen die USA „Pestflöhe“ über Nordkorea abgeworfen haben.
Ganze Kompanien von Stalinverstehern im Westen mit dem KPÖ-Zentralorgan „Volksstimme“ an der Spitze schrieben sich die Finger wund, um die USA als den „Verderber der Menschheit“ anzuprangern. Später hat man nie mehr etwas von den Pestflöhen gehört.
Den Vogel schoss jetzt bei dem Außenministertreffen in Antalya Putins Sprechpuppe Lawrow ab: In diesen Biowaffen-Labors in der Ukraine sollen Bakterien „mit nur ethnischer Wirkung“ entwickelt werden - also nur gegen Russen. Eine Weltsensation! Wem die Entwicklung von Bakterien nur gegen eine bestimmte ethnische Gruppe gelingt, dem gebührt als ultimativer Preis der große Pestfloh in Gold.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.