Bezirk Imst

Keine Entscheidung in Imst, spannende Duelle

Tirol
28.02.2022 18:00

Die Vielfalt von neun Listen und sieben Kandidaten für den Chefsessel beschert den Imster Bürgern in gut zwei Wochen eine Stichwahl. Das Duell und andere Gemeinden im Bezirk Imst im Überblick.

Die Qual der Wahl hat für die Bürgerinnen und Bürger von Imst bereits Tradition. Während es zum Beispiel in Landeck und in Reutte nur Duelle um das Bürgermeisteramt gab, wollten in Imst gleich sieben Mandatare auf den Chefsessel. Der amtierende Stadtchef Stefan Weirather vermutete bereits im Vorfeld eine Stichwahl, in die er mit 45 Prozent auch tatsächlich gehen muss.

Allerdings nicht, wie angenommen, gegen den enttäuschend abschneidenden Norbert Praxmarer, sondern gegen Andrea Jäger, die insgesamt 16 Prozent der Wähler auf dem Chefsessel sehen möchten.

Karrösten: Erstmals ist in der Klein-Gemeinde eine Frau Bürgermeisterin. Petra Singer stand als einzige Kandidatin schon vor der Wahl als Siegerin fest.

Sölden: Ernst Schöpf ist Tirols längstdienender Bürgermeister. Er wurde mit 89 Prozent wiedergewählt.

Jerzens: Ungewöhnliches Duell mit überraschendem Ausgang! Amtsleiter Mathias Plattner forderte seinen eigenen Bürgermeister Karl Raich heraus. Mehr als 70% der wählenden Jerzner (83% Wahlbeteiligung) entschieden sich für den Herausforderer. Er kann auch im Gemeinderat auf eine absolute Mehrheit mit 7 von 11 Mandaten zurückgreifen.

Wenns: Um den Sessel des scheidenden Bürgermeisters Walter Schöpf gab’s direkt ein G’riss: Während vor sechs Jahren lediglich zwei Listen und nur er zur Disposition standen, buhlten diesmal gleich sechs Gruppierungen und drei BM-Kandidaten um die Gunst der Wähler. Klar, dass die absolute Mandatsmehrheit dahin ist. Patrick Holzknecht und Robert Rundl müssen in die Stichwahl.

Roppen: Das rote gallische Dorf im Bezirk Imst bleibt auch weiterhin in SP-Hand: Ex-SPÖ-Chef Ingo Mayr war der einzige Kandidat, seine Liste bekam in Summe fünf der 13 GR-Mandate.

Sautens: Für Langzeitbürgermeister Fredi Köll ist die „lange Zeit“ vorbei. Wurde er noch 2016 knappest mit 50,35 Prozent bestätigt, so schlugen nun die Kommastellen um: 49,19% waren gegen Bernhard Gritsch diesmal zu wenig. Gritsch hält auch die 7:6-Mehrheit im Gemeinderat.

Im vierten Duell die Nase knapp vorne
Mit einem denkbar knappen Votum von 50,56 Prozent löst Bernhard Schöpf den bisherigen Dorfprimus von Mils bei Imst, Markus Moser, auf dem Chefsessel ab. Es war das bereits vierte Duell Schöpf versus Moser - die erste Begegnung ging noch mit Gebhard Moser, dem Vater von Markus, über die Bühne.

Somit fand auch die mittlerweile beliebte Geschichte mit dem einzigen NEOS-Bürgermeister Österreichs ein Ende. „Ich freue mich natürlich sehr“, sagt das frisch gebackene Dorfoberhaupt, „ich möchte aber an dieser Stelle erinnern, dass es ein Privileg ist, hier wählen zu dürfen, während in der Nähe von Wien Bomben fliegen.“ Die „Absolute“ im Gemeinderat gab’s für den bisherigen Vize obendrauf.

In Haiming ist eine Frau noch im Rennen
Es war wohl der schmutzigste Wahlkampf im ganzen Oberland. In Haiming fuhr man nachts Streife, um zu sehen, ob nicht Wahlvandalen Plakate verunstalten oder in den Graben schmeißen. Michaela Ofner von der „Bürgerliste Haiming“ war eine der Leidtragenden. Wohl nicht wissend, dass sie als eine der fünf Bürgermeisterkandidaten dem favorisierten Kandidaten VBM Christian Köfler bei der Wahl am nächsten kommen wird. Köfler, designierter Nachfolger von Langzeitbürgermeister Josef Leitner, hat als Gemeindechef 35 Prozent Zustimmung, Ofner folgt mit 33 Prozent nur knapp dahinter. Zwischen den beiden kommt es also zur Stichwahl. Sie wäre die zweite „Chefin“ im Bezirk Imst.

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