Di, 19. Juni 2018

19 km hohe Wolke

22.05.2011 14:26

Vulkan auf Island ausgebrochen, ein Airport gesperrt

Auf Island sorgt erneut ein Vulkan für Unruhe. Ein Jahr nach dem Ausbruch des Eyjafjallajökull im April 2010 ist am Samstag der Grimsvötn, einer der aktiveren Vulkane auf der Insel im Nordatlantik, ausgebrochen. Geologen hätten die beginnende Eruption im Süden der Insel beobachtet, berichtete das isländische Fernsehen. Vorsorglich wurde ein Flugverbot im Umkreis von 200 Kilometern erlassen, der Flughafen Keflavik, der größte internationale Airport Islands, wurde am Sonntag geschlossen.

Die Sperre wurde um 9.30 Uhr Ortszeit (11.30 Uhr MESZ) wirksam. Laut eigenen Angaben entschied sich die Flughafenaufsicht für die Maßnahme aufgrund der jüngsten Wettervorhersage der britischen Luftfahrtbehörde.

Vor dem Inkrafttreten der Sperre fertigte der Airport noch alle anstehenden europäischen Flüge ab, sämtliche für Sonntagvormittag geplanten Landungen seien planmäßig über die Bühne gegangen, hieß es. Die Schließung weiterer isländischer Flughäfen im Laufe des Tages wurde nicht ausgeschlossen.

19 Kilometer hohe Rauchwolke
Nach einem Beobachtungsflug hieß es, es sei etwas Asche in rund sieben Kilometern Höhe entdeckt worden. Aufgrund der vorherrschenden Windrichtung sei davon auszugehen, dass die Wolke Richtung Skandinavien ziehen werde. Das restliche Europa werde wohl nicht betroffen sein.

Die riesige weiße Wolke sei etwa 19 Kilometer hoch und bestehe vor allem aus weißem Rauch, sagte der Geologe Hjorleifur Sveinbjornsson. Der Rauch sei wahrscheinlich Wasserdampf, der beim Schmelzen des Vatnajokull-Gletschers entstanden sei. Die Rauchwolke konnte in vielen Teilen Islands gesehen werden, sagte der Geologe.

Zuletzt war der Grimsvötn 2004 aktiv gewesen. Damals hatte der Ausbruch nur wenige Tage gedauert. Acht Jahre zuvor, 1996, verursachte ein Ausbruch des Vulkans Fluten, die Straßen und eine Brücke beschädigten, sagte Sveinbjornsson.

ZAMG: Keine Vulkanasche über Mitteleuropa
Laut Angaben der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZMAG) ist vorläufig kein Transport von Vulkanasche Richtung Mitteleuropa zu erwarten. Eine erste Simulationen der Ausbreitung der Aschewolke zeige, dass das Material derzeit nicht Richtung Kontinentaleuropa gelange.

"Auch in den folgenden Tagen ist nach den heutigen Modellberechnungen keine Ausbreitung Richtung Mitteleuropa und Alpenraum zu erwarten", erklärten die Experten der ZAMG am Sonntag. Die Simulationen zeigen Teile der Aschewolke am Dienstag über Großbritannien, Dänemark und Südnorwegen. "Über die Konzentration lässt sich vorläufig nicht viel sagen, man weiß ja noch nicht, wie viel Asche freigesetzt wurde", sagte Gerhard Wotawa von der ZAMG. Möglicherweise sei die Konzentration sehr gering.

Eyjafjallajökull sorgte wochenlang für Chaos
Im vergangenen April hatte der Ausbruch des Eyjafjallajökull wochenlang für Chaos im internationalen Flugverkehr gesorgt. Damals wurde der Luftraum in vielen Ländern gesperrt. Gerät Vulkanasche in die Flugzeugtriebwerke, können sie beschädigt werden und sogar ausfallen. Das dadurch notwendig gewordene Flugverbot hatte laut Angaben von EU-Verkehrskommissar Siim Kallas Europa bis zu 2,5 Milliarden Euro gekostet (Bericht in der Infobox).

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