Sa, 23. Juni 2018

Wieder Aufregung

21.05.2011 12:09

Ortstafellösung: "Störversuche" sorgen für Wirbel

Der Ortstafelfriede ist in Kärnten noch nicht so recht eingekehrt. Für Aufregung sorgt nun eine Protestnote dreier Bürgerinitiativen aus den Gemeinden Eberndorf, St. Kanzian und Keutschach. Sie sehen die Anliegen der zweisprachigen Bevölkerung in der Ortstafellösung nicht ausreichend gewürdigt und haben daher Unterschriften gegen den Kompromiss gesammelt. Landesrat Harald Dobernig konterte am Samstag mit scharfen Worten: "Damit wird klar, auf welcher Seite es radikale Forderungen und Kräfte gibt."

Nicht nur die umstrittene "Volksbefragung" der FPK sorgt in der Ortstafeldebatte für reichlich Zündstoff. Auch die Bürgerinitiativen aus Eberndorf, St. Kanzian und Keutschach gossen am Freitag wieder Öl ins lodernde Feuer.

Protest gegen Amtssprachenregelung
Konkret wollen die Bürgerinitiativen aus St. Kanzian und Eberndorf die im Rahmen der Ortstafelgespräche beschlossene Amtssprachenregelung anfechten. Sie verwehren sich dagegen, dass die slowenische Amtssprache nur noch in Ortschaften mit zweisprachigen Topographiebezeichnungen verwendet werden soll. In Keutschach wiederum richtet sich der Protest gegen die beschlossene Einsprachigkeit in der Ortschaft Dobein. Trotz eines Volksgruppenanteils von mehr als 17,5 Prozent sollen hier keine zweisprachigen Ortstafeln aufgestellt werden.

Alle drei Bürgerinitiativen haben ihre Unterschriftenlisten an die Volksgruppenorganisationen übermittelt. Diese werden aufgefordert, die Anliegen noch einmal zur Sprache zu bringen. Wie viele Unterschriften die Initiatioren gesammelt haben, wollten sie übrigens nicht bekannt geben.

"Störversuche werden Lösung nicht verhindern"
Landesrat Harald Dobernig zeigte sich am Samstag über das Vorgehen der Bürgerinitiativen alles andere als erfreut. "Es kann nicht sein, dass einzelne Slowenen gegen die von allen Seiten gelobte Kompromisslösung mobilisieren." Damit würden sie, laut Dobernig, auch die Slowenenvertreter Valentin Inzko, Marjan Sturm und Bernard Sadovnik, die ja die Lösung mitverhandelt haben, desavouieren. "Ich erwarte mir daher seitens der Slowenenorganisationen, sich von diesem radikalen Vorgehen einzelner klar zu distanzieren."

Dobernig vermutet, dass der "rasende Rechtsanwalt" Rudi Vouk der Drahtzieher hinter den Protestnoten der Bürgerinitiativen sein könnte. "Aber Störversuche einzelner Slowenen werden die Ortstafellösung nicht verhindern können." Noch im Juni soll der vorliegende Ortstafelkompromiss im Parlament abgesegnet werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.