Wenn das Wort Ukraine fällt, rastet Putin aus. Das war schon früher der Fall. Neu ist, dass jetzt auch andere Ex-Sowjetrepubliken in Ungnade fallen können und in Putins „historisches Russland“ müssen. Es schrillen schon einige Alarmglocken.
Ist die ukrainische Beute erst einmal verdaut, droht den anderen Erb-Republiken der Ex-Sowjetunion zumindest eine strenge Disziplinierung durch den Kreml. Ein Vorgeschmack dazu war schon die blitzartige „brüderliche Hilfe“ in Kasachstan gewesen, nach welcher Putin erklärt hatte, dass er nie mehr einen „Maidan“ - die Demokratierevolution in Kiew - zulassen werde.
Als Folgekandidaten nach der Ukraine könnten die drei baltischen Republiken an die Reihe kommen. Sie hatten bisher relative Ruhe, weil sie erstens zu klein und zweitens keine Slawen sind, die Putin für sich reklamiert. Aber sie behandeln „ihre“ Russen nicht gut. Das könnte sich noch rächen.
Ein anderer Hotspot sind die drei Republiken im Kaukasus, wo dem Kremlchef die demokratieähnlichen Zustände in Georgien und Armenien nicht gefallen. Demokratische Anwandlungen hat auch der Führer des zentralasiatischen Schwergewichts Usbekistan.
Allen seinen Satelliten würde Putin den Musterschüler Lukaschenko als Beispiel vorhalten. Der „letzte Diktator Europas“ hat sich jetzt mit der Rolle eines gehorsamen Satrapen (= Statthalter im alten Persien) abgefunden.
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