Do, 16. August 2018

Ruf zu Umstürzen

19.05.2011 15:43

Audiobotschaft Osama bin Ladens aufgetaucht

Selbst nach seinem Tod schafft es Osama bin Laden noch, für Aufsehen zu sorgen: Am Donnerstag meldete sich der frühere Al-Kaida-Chef mit einer Audiobotschaft zu Wort, lobte die Demokratiebewegung im arabischen Raum und rief die Muslime zu weiteren Umstürzen auf. "Ich glaube, dass der Wind des Wandels die gesamte islamische Welt erfassen wird", sagte die Stimme, die nach Bin Laden klang. Erst kürzlich offenbarte die Al-Kaida, ihr Anführer habe kurz vor seinem Tod noch eine Erklärung aufgenommen.

Die Audiobotschaft war eingebettet in einen zwölfminütigen Film (siehe Bild), der am Donnerstag auf mehreren Islamisten-Seiten im Internet veröffentlicht wurde. "Die Sonne der Revolution ist über dem Maghreb aufgegangen, das Licht der Revolution kam von Tunesien", erklärte die Stimme in Anspielung auf den Sturz des tunesischen Präsidenten Zine al-Abidine Ben Ali. "Glückwunsch zu Euren Siegen. Möge Gott Euren Märtyrern Gnade gewähren, Euren Verwundeten Genesung und Euren Gefangenen die Freiheit."

Die Anführer der Proteste wurden vor falschen Kompromissen mit den Machthabern gewarnt: "Ihr freien Rebellen in allen Ländern: Gebt nicht nach und seid bei Verhandlungen wachsam." Neben Tunesien erwähnte er auch die Proteste in Ägypten, die zum Rücktritt von Präsident Hosni Mubarak geführt hatten. Auf weitere Länder wie etwa Libyen, Syrien, Jemen oder Bahrain ging er dagegen nicht explizit ein.

Diskussion über Informationsaustausch
Der Al-Kaida-Anführer war am 2. Mai von US-Elitesoldaten in der pakistanischen Garnisonsstadt Abbottabad erschossen worden. In den USA ist seitdem eine Debatte darüber entbrannt, ob die pakistanische Seite Informationen über den Aufenthaltsort von Bin Laden zurückgehalten hat und in diesem Fall Rüstungshilfen in Milliardenhöhe an den militärischen Verbündeten gekürzt werden müssten.

US-Verteidigungsminister Robert Gates nahm Pakistan nun ausdrücklich in Schutz. Er habe "überhaupt keine Anhaltspunkte" dafür, dass die pakistanische Regierung von Bin Ladens Aufenthaltsort gewusst habe. "Tatsächlich habe ich Hinweise gesehen, die eher auf das Gegenteil hindeuten." Der US-amerikanische Generalstabschef Mike Mullen erklärte, auch ihm seien keine Informationen bekannt, wonach die pakistanische Führung Bin Laden gedeckt haben könnte. Die Regierung in Islamabad hat Spekulationen über eine Zusammenarbeit von offiziellen Stellen mit radikalen Islamisten zurückgewiesen.

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