Mo, 24. September 2018

Lücke in US-Gesetz

19.05.2011 13:10

Lottomillionär holt sich trotz Reichtum Essensmarken

Er hat zwei Millionen Dollar im Lotto gewonnen, fährt einen Sportwagen - und lässt sich trotzdem vom Steuerzahler Milch und Brot berappen. Leroy Fick aus dem US-Bundesstaat Michigan hat nämlich trotz seines Gewinnes Anspruch auf Essensmarken, auf die fast 43 Millionen US-Bürger unter der Armutsgrenze angewiesen sind. Dass ihn der Volkszorn trifft, ist ihm egal.

Fick gewann im Juni 2010 in der "Make Me Rich"-Show der Michigan State Lottery satte zwei Millionen Dollar. Mit einer Lastenameise wurde ihm damals im Fernsehstudio eine Palette Geld vor die Füße gekarrt (Bild). Fick war der "Lucky man" des Abends.

Mittlerweile wird der 59-Jährige als Paradebeispiel eines Sozialschmarotzers und für Steuergeldverschwendung im Kongress des Bundesstaates diskutiert. Der republikanische State-Senator Rick Jones bezeichnete es als "obszön", dass Fick weiterhin Essensmarken bekommt, obwohl er steinreich sei.

Als "Inbegriff des Abschaums" wird Fick im Internet verunglimpft, ein Blogger nominierte ihn für den "Biggest Douche Award", nachdem lokale Zeitungen über den "bedürftigen" Millionär berichteten.

Vermögen für Essensmarken nicht entscheidend
Der Lotto-Gewinner ist sich indes keiner Schuld bewusst. Er habe das Departement of Human Services von seinem Reichtum informiert und über seinen Anwalt als Antwort erhalten, dass er weiterhin Anspruch auf staatliche Unterstützung habe. Tatsächlich ist in den Essensmarken-Richtlinien kein "Fall Fick" vorgesehen. Dort richtet sich alles nach dem Haushaltseinkommen, Erspartes oder Zinserträge aus Vermögen spielen keine Rolle.

Weil Fick nach wie vor keiner Arbeit nachgeht und sein Haushaltseinkommen unterhalb der Armutsgrenze liegt, hat er Anspruch auf "Food stamps" bzw. die sogenannten "Bridge Card". In Michigan bekommen Bedürftige nämlich eine eigene Lastschriftkarte, mit der sie in 4.400 Supermärkten einkaufen und bei rund 4.000 Geldautomaten Bares beheben können.

Washington soll Richtlinien ändern
Wen die Schuld für das Schlupfloch im Essensmarken-Gesetz trifft, darüber ist man sich in Michigan einig: Washington hat gepatzt, von dort kämen nämlich die Richtlinien für das "Supplemental Nutrition Assistance Program", das in den USA jeden achten Erwachsenen und jedes vierte Kind mit durchschnittlich 132 steuerfreien Dollars pro Monat unterstützt. Die Bundesstaaten müssen das Gesetz vollziehen, können aber um Sonderfreigaben ansuchen. Für den Fall Fick sei das Antragsverfahren nun in Gang gesetzt worden.

Wenn Washington zusagt, darf Michigan künftig Einkommens-losen, aber ansonsten wohlhabenden Antragsstellern eine Abfuhr erteilen. Senator Jones fordert, dass Washington überhaupt das Gesetz ändert, um das Schlupfloch in allen Bundesstaaten zu schließen.

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