Zweimal wurden im Jänner betrunkene Fahrer von Lkw erwischt. Beide Male am Brenner. Immer wieder kommt es zu Unfällen, bei denen der Fahrer des „Brummis“ auch „getankt“ hat. Laut Polizei sei jedoch keine Häufung festzustellen. Bei den Routine-Kontrollen kommt der Alkomat allerdings nicht immer zum Einsatz.
„Angetrunkener Ukrainer verursachte Lkw-Unfall“, titelte die „Krone“ auf krone.at am Samstag vor einer Woche. Auf der Brennerautobahn hatte am Freitag davor um 17 Uhr ein 46-Jähriger mit seinem Sattelschlepper mehrere Leiteinrichtungen durchbrochen. Die Zugmaschine landete schließlich in der Böschung. Der Ukrainer wurde erheblich verletzt.
Aufgrund der Fahrbahnsperre kam es zu einem acht Kilometer langen Stau. Wie schwer der Lenker alkoholisiert war, ist nicht bekannt.
Lkw-Fahrer saß mit 2,2 Promille hinter Steuer
Ebenfalls am Brenner ging der Polizei bei einer Routine-Kontrolle Anfang Jänner ein 59-jähriger Lkw-Lenker ins Netz. Auch er war ein ukrainischer Staatsbürger. Unfassbare 2,2 Promille hatte der Mann im Blut. Und das bereits um 10 Uhr morgens!
Im vergangenen Jahr fand man im Führerhaus eines Lkws sogar eine Flasche Rum. Aufgefallen war der 48-jährige Ukrainer damals, weil er in Kirchbichl auf Abwege geraten war und bei einem Wendemanöver im Straßengraben stecken blieb. Der Test ergab 1,6 Promille im Blut.
Bei den wenigen Fällen, die vorkommen, ist stets eine sehr starke Alkoholisierung im Spiel.
Oberst Günther Salzmann
„Nur wenige Fälle, dafür aber mit viel Alkohol“
Merkt die Tiroler Polizei, dass es zu einer Häufung derartiger Fälle kommt? „Nein“, heißt es auf Nachfrage der „Tiroler Krone“ von Oberst Günther Salzmann, dem Leiter der Landesverkehrsabteilung. „Wir stellen diesbezüglich keine Häufung fest.“ Die offiziellen Zahlen der Statistik Austria für das vergangenen Jahr liegen aber freilich noch nicht vor.
Was die Beamten laut Salzmann jedoch feststellen müssen: „Bei den wenigen Fällen, die vorkommen, ist stets eine sehr starke Alkoholisierung im Spiel.“
Bei Routine-Kontrolle kein automatischer Alko-Test
Aber fallen derartige „Trunkenbolde“ nicht automatisch bei den Routine-Kontrollen auf, bei denen die Ladung, das Gewicht etc. überprüft werden? Hier lautet die Antwort der Polizei „Jein“. „Es finden bei den Kontrollen natürlich auch Überprüfungen der Fahrzeuglenker statt“, betont Salzmann. Dabei werde aber nicht automatisch ein Test mit dem Alkomaten durchgeführt.
Nur wenn der Lenker den Anschein macht, alkoholisiert zu sein, wird zum Testgerät gegriffen und genau geprüft, so der Oberst abschließend.
Bis zu 5900 Euro Strafe und sechs Monate ohne „Schein“ drohen
Laut dem Gesetzgeber gilt hinter dem Steuer eines Kraftfahrzeuges eine erlaubte Höchstgrenze von weniger als 0,5 Promille Alkoholgehalt im Blut. „In bestimmten Fällen wird diese Grenze jedoch auf 0,1 Promille oder weniger herabgesetzt.“ Auf Lenker von Lkw trifft diese Grenze freilich zu. Die Strafen, die drohen, reichen von 300 bis 5900 Euro. Eine gute Übersicht, bei welchem Promille-Gehalt welche Strafe droht, liefert die Webseite des ÖAMTC.
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