Grenze 0,1 Promille

Alko-Unfälle mit Lkw: Wenn auch der Fahrer „tankt“

Tirol
05.02.2022 17:00

Zweimal wurden im Jänner betrunkene Fahrer von Lkw erwischt. Beide Male am Brenner. Immer wieder kommt es zu Unfällen, bei denen der Fahrer des „Brummis“ auch „getankt“ hat. Laut Polizei sei jedoch keine Häufung festzustellen. Bei den Routine-Kontrollen kommt der Alkomat allerdings nicht immer zum Einsatz.

„Angetrunkener Ukrainer verursachte Lkw-Unfall“, titelte die „Krone“ auf krone.at am Samstag vor einer Woche. Auf der Brennerautobahn hatte am Freitag davor um 17 Uhr ein 46-Jähriger mit seinem Sattelschlepper mehrere Leiteinrichtungen durchbrochen. Die Zugmaschine landete schließlich in der Böschung. Der Ukrainer wurde erheblich verletzt.

Aufgrund der Fahrbahnsperre kam es zu einem acht Kilometer langen Stau. Wie schwer der Lenker alkoholisiert war, ist nicht bekannt.

Lkw-Fahrer saß mit 2,2 Promille hinter Steuer
Ebenfalls am Brenner ging der Polizei bei einer Routine-Kontrolle Anfang Jänner ein 59-jähriger Lkw-Lenker ins Netz. Auch er war ein ukrainischer Staatsbürger. Unfassbare 2,2 Promille hatte der Mann im Blut. Und das bereits um 10 Uhr morgens!

Im vergangenen Jahr fand man im Führerhaus eines Lkws sogar eine Flasche Rum. Aufgefallen war der 48-jährige Ukrainer damals, weil er in Kirchbichl auf Abwege geraten war und bei einem Wendemanöver im Straßengraben stecken blieb. Der Test ergab 1,6 Promille im Blut.

Zitat Icon

Bei den wenigen Fällen, die vorkommen, ist stets eine sehr starke Alkoholisierung im Spiel.

Oberst Günther Salzmann

„Nur wenige Fälle, dafür aber mit viel Alkohol“
Merkt die Tiroler Polizei, dass es zu einer Häufung derartiger Fälle kommt? „Nein“, heißt es auf Nachfrage der „Tiroler Krone“ von Oberst Günther Salzmann, dem Leiter der Landesverkehrsabteilung. „Wir stellen diesbezüglich keine Häufung fest.“ Die offiziellen Zahlen der Statistik Austria für das vergangenen Jahr liegen aber freilich noch nicht vor.

Was die Beamten laut Salzmann jedoch feststellen müssen: „Bei den wenigen Fällen, die vorkommen, ist stets eine sehr starke Alkoholisierung im Spiel.“

Bei Routine-Kontrolle kein automatischer Alko-Test
Aber fallen derartige „Trunkenbolde“ nicht automatisch bei den Routine-Kontrollen auf, bei denen die Ladung, das Gewicht etc. überprüft werden? Hier lautet die Antwort der Polizei „Jein“. „Es finden bei den Kontrollen natürlich auch Überprüfungen der Fahrzeuglenker statt“, betont Salzmann. Dabei werde aber nicht automatisch ein Test mit dem Alkomaten durchgeführt.

Nur wenn der Lenker den Anschein macht, alkoholisiert zu sein, wird zum Testgerät gegriffen und genau geprüft, so der Oberst abschließend.

Bis zu 5900 Euro Strafe und sechs Monate ohne „Schein“ drohen
Laut dem Gesetzgeber gilt hinter dem Steuer eines Kraftfahrzeuges eine erlaubte Höchstgrenze von weniger als 0,5 Promille Alkoholgehalt im Blut. „In bestimmten Fällen wird diese Grenze jedoch auf 0,1 Promille oder weniger herabgesetzt.“ Auf Lenker von Lkw trifft diese Grenze freilich zu. Die Strafen, die drohen, reichen von 300 bis 5900 Euro. Eine gute Übersicht, bei welchem Promille-Gehalt welche Strafe droht, liefert die Webseite des ÖAMTC.

  • 0,5 - 0,79 Promille
    Ab einem Alkoholgehalt von 0,5 Promille sind zwischen 300 und 3700 Euro fällig. Wird man das erste Mal erwischt, behält man zwar den Führerschein, allerdings gibt es eine Vormerkung im Führerscheinregister. Wird man neuerlich erwischt, ordnet die Behörde eine Maßnahme wie zum Beispiel eine Nachschulung durch Psychologen an, die zusätzlich mindestens 200 Euro kostet. Beim dritten Verstoß gibt es kein Pardon mehr, der Schein ist für mindestens drei Monate weg.
  • 0,8 - 1,19 Promille
    Wer mehr als 0,8 Promille „intus“ hat, zahlt mindestens 800 Euro. Die Höchststrafe liegt auch hier bei 3700 Euro. Bei der ersten Alkofahrt ist der Führerschein für einen Monat weg, im Wiederholungsfall mindestens für drei Monate. Außerdem muss ein Verkehrscoaching absolviert werden.
  • 1,2 - 1,59 Promille
    Ab 1,2 Promille kostet das Vergehen zwischen 1200 und 4400 Euro und der Führerschein ist für mindestens vier Monate weg. Außerdem wird man zu einer Nachschulung geschickt.
  • Ab 1,6 Promille
    Ist man mit 1,6 Promille oder mehr unterwegs, drohen Strafen von 1600 bis 5900 Euro und ein Führerscheinentzug von mindestens sechs Monaten. Daneben blüht eine Nachschulung, der Gang zum Amtsarzt und eine verkehrspsychologische Untersuchung.
Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Tirol
05.02.2022 17:00
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Tirol
Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung