Mi, 26. September 2018

Freude im Burgenland

06.05.2011 10:18

Keim der Hoffnung für Veltliner-Urrebe nach Vandalenakt

Der Schock unter den Winzern im Burgenland saß im Februar tief. Ein Vandale hatte im Bezirk Eisenstadt einen 500 Jahre alten Weinstock, bei dem es sich wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge um eine Elternsorte des Grünen Veltliners handelt, brutal zerschnitten (Bild). Nachdem zunächst unklar war, ob die Pflanze genug Kraft hat, um durchzukommen, gibt es nun den Keim der Hoffnung. Wie Winzer Hans Moser aus St. Georgen am Donnerstag bestätigte, gelang es nach Monaten der Hege und Pflege mehrere Austriebe heranzuziehen.

Wenn alles gut gehe, könne man in zwei, drei Jahren die ersten Trauben verkosten, erklärte Moser. Der Wert des Rebstocks wurde im Jahr 2009 in einem Expertengutachten auf mehr als 100.000 Euro geschätzt. Entdeckt wurde die historische Sorte auf einem schon lange nicht mehr zu Weinbauzwecken verwendeten Grundstück. Erzählungen zufolge war die Riede vor Jahrhunderten bebaut.

Von Vandalen fehlt jede Spur
Bei Untersuchungen durch die Bundesversuchsanstalt für Wein- und Obstbau in Klosterneuburg wurde eine Verwandtschaft zum Grünen Veltliner entdeckt. Bei Vergleichen mit Tausenden Reben stellte sich auch heraus, dass es sich bei dem gefundenen Exemplar um ein Unikat handelte.

Nach der Zerstörung des Weinstockes ermittelte die Polizei. "Wir haben noch keinen Täter ausgeforscht", hieß es von der Bundespolizeidirektion. Dass der Vandale gefunden wird, glaubt Moser nicht, es sei denn, der Täter stelle sich selbst.

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