18.01.2022 15:03 |

Pommers Feierabend

Vermisst: Wo ist Werner Kogler?

Einen schönen Dienstagabend.

Gesucht, vor allem vom Steuerzahler, wird ein Mann, der 60 Jahre alt ist, von durchschnittlicher Größe und für einen Politiker von durchschnittlicher Statur. Er hört auf den Namen Werner und ist bzw. war Vizekanzler der Republik Österreich. Werner ist verschwunden, so macht es zumindest den Anschein. Selbst bei der Präsentation der Impfpflicht war Werner Kogler nicht anwesend, weswegen die Pressekonferenz auch nur eine Stunde gedauert hat. Denn Werner redet gerne, er redet viel und lang. Aus seinem Mund fällt ein Buchstabe unkontrolliert auf den nächsten - sie türmen sich zu einem instabilen Haufen auf, da und dort kommt es zum Erdrutsch, wichtige Botschaften werden verschüttet, Nebensächliches bricht wie Magma durch die Oberfläche. Mir ist einmal eine Packung Scrabble auf den Fußboden gefallen, die Steine haben sich über das Zimmer ergossen. So werden seine Reden geschrieben.

Werner redet also gerne, aber eben nicht momentan. Der Polizei liegt keine Vermisstenanzeige vor, das habe ich überprüft. Auf seiner Facebook-Seite wurde erst heute eine Meldung abgesetzt, Kogler gratuliert dem Bundespräsidenten dabei zum Geburtstag. Das alleine heißt freilich nichts, Entführer könnten mit dem Posting bewusst eine falsche Fährte gelegt haben. Eine Passage in dieser Meldung macht mich tatsächlich stutzig. Der angebliche Kogler schreibt: „Da ich weiß, dass auch du kein Freund langer Geburtstagsglückwünsche bist, halte ich mich kurz.“ Kurzhalten. Werner Kogler. Also wenn da nicht alle Alarmglocken schrillen. Am 13. Jänner wurde noch ein Foto mit Sternsingern gepostet. Man sieht einen grauhaarigen Mann im schwarzen Mantel von hinten und etwas von der Seite. Die zuhörenden Kinder sind von Lethargie gezeichnet. Das dürfte Kogler sein.

Wir haben also ein Zeitfenster. Sollten Sie Werner Kogler auf der Straße treffen, bloß nicht ansprechen. Der Mann ist mit Schachtelsätzen bewaffnet.

Werner Kogler, wenn Sie das lesen, bitte melden Sie sich. Es wäre schon einiges los im Land, in dem Sie Vizekanzler sind.

Auf krone.at/wien und in der Wien-„Krone“ berichten wir über einen spektakulären Unfall im Wiener Akademietheater. Ein gigantischer Kasten mit mehreren Schauspielern hielt der Schwerkraft nicht stand, er stürzte vor den Augen des Publikums auf zwei Bühnenarbeiter. Der Name des Stücks: „Die Schwerkraft der Verhältnisse.“

Zwei Tage dürfen/müssen Sie jetzt ohne mich auskommen. Morgen habe ich ein Interview, am Donnerstag bin ich nicht da. Eine Vermisstenanzeige ist unangebracht, es ist nur mein freier Tag.

Ich wünsche einen schönen Feierabend, so Sie einen haben.

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