Weil er über eine von ihm entwickelte App mehr als 80 Frauen zum Verkauf angeboten hat, ist ein Mann in Indien verhaftet worden. Die App „Sulli Deals“ hatte öffentlich zugängliche Bilder von Frauen genommen und Profile erstellt, in denen sie als „Angebote des Tages“ beschrieben wurden.
Der 25-Jährige aus Indore im zentralindischen Bundesstaat Madhya Pradesh war laut BBC am Sonntag verhaftet worden, nachdem wenige Tage zuvor über eine andere App namens „Bulli Bai“ Fotos von mehr als 100 muslimischen Frauen hochgeladen worden waren. Auch ihr Entwickler, ein 21-jähriger Student, wurde verhaftet.
In beiden Fällen ging es dem Bericht nach nicht um einen tatsächlichen Verkauf, sondern darum, muslimische Frauen zu erniedrigen und zu demütigen, von denen sich viele offen über den zunehmenden Hindu-Nationalismus unter Premierminister Narendra Modi geäußert hatten. „Sulli“ ist ein abwertender Hindi-Slangausdruck, den rechtsgerichtete Hindi für muslimische Frauen verwenden.
„Schauer über den Rücken gelaufen“
Die auf der App abgebildeten Frauen waren allesamt überzeugte Musliminnen, darunter Journalistinnen, Aktivistinnen, Künstlerinnen oder Forscherinnen. Eine der Frauen, eine Berufspilotin, sagte der BBC, dass ihr ein „Schauer“ über den Rücken gelaufen sei, als sie von der App hörte.
Ein Bericht von Amnesty International aus dem Jahr 2018 über Online-Belästigung in Indien hat gezeigt, dass eine Frau umso eher zur Zielscheibe wird, je lauter sie sich äußert - das Ausmaß sei bei Frauen aus religiösen Minderheiten und benachteiligten Kasten größer, berichtete die BBC. Muslimische Frauen sind demnach in Indiens polarisiertem politischen Klima zuletzt vermehrt ins Visier von Online-Trollen geraten.
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