Vor zwanzig Jahren erfolgte mit der Euro-Einführung die weltweit größte Währungsumstellung. Zwölf EU-Staaten starteten, heute ist der Euro in 19 EU-Mitgliedsländern für mehr als 340 Millionen Menschen das Zahlungsmittel und weltweit die zweitwichtigste Währung.
Also alles bestens? Keineswegs, auch wenn unter Ökonomen unbestritten ist, dass die Vorteile des Euro seine Schwächen überstrahlen. Im Klartext: Konnten sich früher Länder wie Italien mit Abwertungen „retten“, so ist dieses Tor jetzt zu. Euro-Länder müssen Stabilitätskriterien erfüllen, was schwer genug ist.
Konsumenten haben den Euro vielfach als Teuro erlebt, weil vor allem kleinere Beträge großzügig aufgerundet wurden. In Summe hat der Euro die Inflation jedoch stark gedämpft, das hat auch die niedrigen Zinsen möglich gemacht. Hochverschuldete Staaten profitieren extrem davon: Die Möglichkeit, sich fast ohne Kreditzinsen verschulden zu können, wirkt wie eine Droge. Die Rettung Griechenlands hat z. B. 278 Milliarden gekostet, die Rückzahlung reicht bis zum Jahr 2070, und auch dann wird was offen bleiben.
Ja, der Euro hat geholfen, die Finanzkrise zu überleben, diese Stabilität war wichtig. Österreich war mit Deutschland ein Hauptprofiteur vom Wirtschaftswachstum im Binnenmarkt. Ein Allheilmittel ist der Euro trotzdem nicht, das zeigt die rasante Verschuldung. Er ist eine Anti-Krisen- und Wachstumspille mit der Gefahr, zur bequemen Droge zu werden.
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