17.12.2021 06:00 |

„Krone“-Kommentar

Radikalisierung bis hin zu Terror

Die Nerven liegen blank in dieser endlosen Pandemie. Jeder ist auf andere Weise unzufrieden. Das Vertrauen in die Regierenden ist am Tiefpunkt. Das ist Wasser auf die Mühlen der Extremisten. Extreme Gegner der Regierungsmaßnahmen radikalisieren sich nun bis hin zu einer neuen Terroristen-Szene nach Art der „Roten Armee Fraktion“ (Baader-Meinhof-Bande) in den Siebzigerjahren in Deutschland.

Dazu sei festgehalten: Nicht jeder Demonstrant der jüngsten Aufmärsche ist ein Extremist, nicht einmal ein Sympathisant. Es gehen viele Opfer der wirtschaftlichen Folgen der Lockdowns auf die Straße. Extremisten haben das Talent, sich lautstark und sichtbar an die Spitze zu setzen. Sie kapern die Parole „Wir sind dasVolk“ gegen die DDR-Diktatur. Sie schreien „Wir sind die neuen Juden“ - und zeigen damit, dass sie alte Nazis sind.

Wenn die schweigende Mehrheit der Mit-Marschierer nicht mit Extremisten in einen Topf geworfen werden will, muss sie sich klar von solchen Exzessen distanzieren - oder am besten gar nicht hingehen. Die wachsende Radikalisierung des harten Kerns muss all jenen Anlass zur Sorge sein, die an der Erhaltung des Friedens in unserer Republik interessiert sind.

Es gibt überhaupt keinen Grund, von „Diktatur“ zu schwurbeln. Regierungen machen Fehler, aber der Weg, Protest auszudrücken, führt nicht über Straßendemonstrationen mit Demokratiegegnern, sondern über Eigenverantwortung an der Wahlurne.

Kurt Seinitz
Kurt Seinitz
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